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TAGBLATT: Von Kirchen und engen Gassen


Volleyball:Rottenburgs Bundesliga-Außenangreifer Niko Rukavina und die Reiselust

Wenn Niko Rukavina (24) von seinem Beruf spricht, kommt der Volleyball-Profi des TV Rottenburg ins Schwärmen. Und das, obwohl er vor dem Spiel seiner Rottenburger gegen den Deutschen Meister Berlin Volleys heute Abend (19.30 Uhr) in der Tübinger Paul-Horn-Arena sportlich eine nicht gerade einfache Zeit durchmacht.

Rottenburg.Vergangenes Jahr flutschte es bei Niko Rukavina. In seinem ersten Jahr als Profi spielte der Außenangreifer eine zentrale Rolle bei seinem Klub Habo Wolley nahe der schwedischen Universitäts-Stadt Jönköping. Als Hauptrunden-Sechster kam der Klub ins Playoff-Viertelfinale. "Es war ein guter erster Schritt in meine Profi-Karriere", sagt Rukavina. "Aber das Niveau war nicht so hoch wie hier."

In der Bundesliga beim TV Rottenburg ist der 1,95-Meter-Mann noch auf der Suche nach seinem Platz. Die ersten beiden Saisonspiele stand er von Beginn an auf dem Feld, als sich Dirk Mehlberg mit einer Knieverletzung herumschlug. Danach spielte er meist eine Nebenrolle. Doch in den vergangenen beiden Spielen kam er jeweils für Dirk Mehlberg rein, um die Annahme zu stabilisieren. Und er machte seine Sache gut - vor allem auch im Angriff. "Das war gut für mein Selbstvertrauen", sagt Rukavina. Und Rottenburgs Trainer Hans Peter Müller-Angstenberger sieht ihn auf einem guten Weg: "Er schwimmt sich gerade frei."

In den vergangenen Wochen hat sich Müller-Angstenberger viel mit Rukavina unterhalten: "Um ihn zu bestärken, dass er sich mehr zutraut." Rukavina ist eher zurückhaltend. Doch in der Trainingshalle geht er aus sich raus: "Er gibt immer Vollgas und lässt sich nie hängen" , sagt Trainer Müller-Angstenberger. Mit Kapitän René Bahlburg hat er etablierte Spieler als Konkurrenten um die beiden Außenpositionen. "Da muss er sich jetzt beweisen", sagt sein Trainer.

Mit der Kommunikation klappt es immer besser, sagt Rukavina. Die Rottenburger Verantwortlichen hatten ein paar Sprachstunden für ihn und den Spanier Aitor Canca organisiert. Ein Schwerpunkt lag dabei auf volleyballspezifischen Vokabeln. "Aufschlag, angreifen, Zuspieler", gibt Rukavina mit kanadischem Akzent Einblick in seine Deutsch-Kenntnisse. Bei längeren taktischen Besprechungen übersetzen meist Kollegen leise synchron für Canca und ihn. Ansonsten sprechen alle Kollegen und Trainer zumindest etwas Englisch.

Auf die Idee gekommen, Volleyball in Europa zu spielen, ist der Kanadier mit slowenischer Mutter und kroatischem Vater bei einer Testspiel-Reise in die Niederlande und nach Berlin. Damals war Rukavina mit dem Team der kanadischen Queens University unterwegs, an der er ein Volleyball-Stipendium erhalten und Gesundheitswesen und Physiotherapie studiert hat. Ihm gefiel der europäische Volleyball-Stil - und die Atmosphäre. "Mein Plan von da an war, in Europa Volleyball zu spielen und etwas von diesem Kontinent zu sehen."

Als er im Sommer in Rottenburg ankam, durchstreifte Rukavina erst mal die Altstadt, lief durch die engen Gassen und über den großzügigen Marktplatz. Aus seiner Heimatstadt Toronto kannte er nur die typisch amerikanisch-quadratischen Straßenzüge. "Ich möchte eben die Kultur hier kennenlernen", sagt er. Zum Volksfest fuhr Rukavina deshalb auch mit ein paar Team-Kollegen auf den Cannstatter Wasen. "Dort waren wir im Bierzelt und haben auch ein bisschen gesungen", erzählt er und lacht. "Solche Feste haben wir in Kanada nicht." Doch es muss nicht unbedingt ein Event sein, auch der Alltag fasziniert ihn: "In den Supermarkt zum Einkaufen zu gehen, ist immer interessant."

An freien Tagen macht er sich regelmäßig mit seinem Mitbewohner und Mitspieler Aitor Canca auf zu Ausflügen etwa nach Tübingen oder Stuttgart. "Ich schaue mir gerne Kirchen an und interessiere mich generell für Geschichte", sagt Rukavina.

Vergangenen Sommer reiste er mit Joren Zeeman, seinem einstigen Mitspieler an der Uni, durch die Niederlande, Belgien und Deutschland. Zeeman schmetterte damals in den Niederlanden. Mittlerweile spielt er in der Bundesliga für Mitteldeutschland. Kurz vor Weihnachten haben die beiden schon den nächsten Urlaub geplant. Diesmal geht's zum Skifahren.

Vincent Meissner

Meister zum Geburtstag

Zwei Rottenburger feiern heute Geburtstag: Libero Willy Belizer wird 28, Mittelblocker Aitor Canca 31. Und zum letzten Heimspiel des Jahres kommt der Deutsche Meister der vergangenen beiden Runden, die Volleys Berlin. Diese Saison läuft jedoch noch nicht so rund beim Meister: In Düren und Friedrichshafen verlor er. Zuschauer, die im offiziellen Mission-Olympic-Helfer-Shirt kommen, erhalten freien Eintritt.


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30.11.2013 : 19:30 Uhr

Volleyball Bundesliga (Herren): TV Rottenburg - Berlin Recycling Volleys



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