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TAGBLATT: Im Westen nix Zählbares


Volleyball: Rottenburg verliert in Düren 0:3 und kann sich die direkte Playoff-Quali wohl abschminken


Die Negativ-Serie bleibt bestehen: Volleyball-Erstligist TV Rottenburg hat gestern Abend mit 0:3 (22:25, 15:25, 19:25) verloren - und wartete damit weiter auf den ersten Sieg in Düren. Im Gegensatz zur 0:3-Niederlage am Sonntag in Moers war es diesmal nur im ersten Satz spannend.

Düren.Ratlos hebt Hans Peter Müller-Angstenberger seine Hände. Dann überlässt er sie der Schwerkraft. Sie plumpsen auf seine Oberschenkel. Zwei Mal, drei Mal tut der Rottenburger Trainer das. Dann wendet er sich Richtung Schiedsrichter Axel Borchwaldt, formt seine Hände zu einen "T" - Auszeit, bitte. Es steht 10:7 für Düren in diesem dritten Satz. Eben ging's endlich mal schnell bei seinen Rottenburgern. Die Annahme klappte, Zuspieler Federico Cipollone leitete den Ball geschickt weiter auf Mittelblocker Felix Isaak - Schnellangriff über die Mitte. Doch der Dürener Block steht. Steht und sringt und blockt den Ball hinein ins Rottenburger Feld. Müller-Angstenberger kann es nicht fassen. Und seine Spieler wohl auch nicht. "Auf Dürener Seite steht der Block und es wird gut verteidigt, so ziehen sie uns im ersten Satz den Zahn. Danach waren wir nicht mehr existent, sagt der Trainer später.

Dabei fehlte es vor 1200 Zuschauer - darunter auch wieder drei Rottenburger Fans - in Düren nicht an der Einstellung der Rottenburger. Der Kampfgeist war spürbar. Der Wille, nicht ohne wenigstens einen gewonnen Satz von der Reise durch den deutschen Westen mit den Auswärtsspielen in Moers und Düren zurückzukommen. Felix Isaak etwa jubelte mit ausgestreckten Armen sogar noch über den Punkt zum 19:24. Da hatte Düren gerade seinen ersten Matchball vergeben.

Doch die Dürener waren gestern einfach eine Klasse besser als der TVR - was sicherlich auch an der unterschiedlichen finanziellen Ausstattung liegt. "Wir haben wenig von dem gespielt, was wir uns vorgenommen hatten", sagte Trainer Müller-Angstenberger. Die Liga teilt sich nun Grüppchen auf: Vorne die Titel-Anwärter Friedrichshafen und Haching - dazu Berlin. Dann die Playoff-Kandidaten mit Bühl, Moers und eben Düren. Und dahinter folgen die vier Pre-Playoff-Plätze mit dem TV Rottenburg.

Rottenburgs Trainer Müller-Angstenberger veränderte wieder mal seine Anfangsformation und begann mit Zuspieler Michael Neumeister. Bei Düren starteten die beiden ehemaligen Rottenburger Matthias Pompe und Jaromir Zachrich. Pompe lieferte im Angriff mit 75 Prozent Angriffs-Effektivität und zwölf Punkten ein starkes Spiel ab. Auch Zachrich glänzte: Mit allen seinen sechs Angriffen war er erfolgreich. Insgesamt kam er auf acht Zähler. Sein Mittelblocker-Kollege Tibor Filo durfte gegen die Ex-Kollegen gestern nicht aufs Feld.

Rottenburg war in Durchgang eins lange gleichauf mit Düren. Immer wieder wechselte die Führung. Als Neumeister mit einer Finte zur Technischen Auszeit beim Stand von 16:15 punktete, schien vieles möglich. Doch eine Aufschlagserie von Zachrich brachte Düren einen sicheren Vorsprung, der zum Satzgewinn reichte. In Satz zwei lag der TVR schnell 1:6 hinten. Als René Bahlburg für Niko Rukavina und Cipollone für Neumeister ins Spiel kamen, verkürzte Rottenburg auf 7:10. Eine Aufschlagserie von Dürens Georg Klein mit acht Punkten in Serie sorgte jedoch für die Vorentscheidung in diesem Durchgang. Über 7:8 und 10:11 blieb Rottenburg in Satz drei dran. Doch beim 13:20 war die Partie dann entscheiden. Rottenburg verlor auch diesen Abschnitt. Dem früheren TVR-Kapitän Matthias Pompe war es vorbehalten, mit einem Schmetterschlag zum 25:19 das Spiel zu beenden.

TV Rottenburg: Neumeister (Cipollone), Mehlberg (Zager), Rukavina (Bahlburg), Metzger (Pielmeier), Isaak, Nagel (Canca), Belizer.

Vincent Meissner

Trauer mit Applaus

Eine etwas andere Gedenk-Minute kündigte Dürens Kapitän Jaromir Zachrich vor der Begegnung an. Für den kürzlich überraschend gestorbenen Dürener Physiotherapeuten Frank Krüttgen bat er das Publikum nicht wie üblich, um eine Schweige-Minute, s ondern um donnernden Applaus: "Wie er es sich gewünscht hätte", sagte Zachrich durchs Hallen-Mikrofon. Sowas gibt's wohl auch nur im Rheinland.


"Wir haben nicht das gespielt, was besprochen war. Jeder hat genau so gehandelt, wie es nicht geplant war": Rottenburgs Trainer Hans Peter Müller-Angstenberger (links) war nach der 0:3-Niederlage in Düren bedient.Archivbild: Ulmer


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21.01.2014 : 20:00 Uhr

Volleyball Bundesliga (Herren): evivo Düren - TV Rottenburg



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