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TAGBLATT: Volleyball:Klare Sache - Bundesligist TV Rottenburg gewinnt erstes Pre-Playoff-Spiel


Es sieht nicht schlecht aus, dass der TV Rottenburg in den Playoffs um die Deutsche Meisterschaft spielen darf. Das erste Qualifikationsspiel hierfür, das Pre-Playoff-Spiel gegen den VC Dresden, hat er gestern vor 1000 Zuschauern mit 3:0 (25:22, 25:14, 25:21) gewonnen.

Tübingen. Woran's lag, dass seine Mannschaft verloren hat? Jan Pretscheck, der Trainer des VC Dresden, musste nicht nach Fachtermini für eine profunde Erläuterung suchen. "Wir haben zu viele Fehler gemacht", antwortete er auf die Frage von Hallensprecher Ingo Pufke. Und damit war alles erzählt: Rottenburg musste manchmal gar keine dollen Sachen machen, denn sie konnten sich darauf verlassen, dass die Dresdener sowieso wieder einen Bolzen drehen.

Dresdens Santino Rost brachte gleich drei Mal den Aufschlag nicht ins gegnerische Feld, insgesamt patzte der VCD zehn Mal bei Aufschlägen. Raphael Möllers verrutschte der Ball mal bei der Annahme, dem überraschten Alan Wasilewski fiel die Kugel mal auf die Brust. Fast schon symptomatisch der Matchball der Rottenburger: Der kurz zuvor eingewechselte Aitor Canca schlug auf - und der Ball prallte auf die Brust von Dresdens Libero Martin Merkel. Von dort schön sanft auf den Boden zum TVR-Sieg. "Wir spielen so, wie es der Gegner zulässt", sagte TVR-Außen Dirk Mehlberg, "von den Dresdner Fehlern haben wir viel profitiert."

Nach dem lange recht ausgeglichenen ersten Satz zog Rottenburg auf 20:14 davon. Dresden schnupperte sich auf 18:21 heran. Nach Sven Metzgers Punkt zum 24:20 hatte der TVR Satzball, den er zwei Mal vergeben hatte - ehe Santino Rost seinen Aufschlag ins Aus haute. Während des zweiten Satzes wurde den Zuschauern mehr und mehr bewusst: Da müssten sich jetzt schon mindestens vier Rottenburger jeweils ein Bein brechen, damit sie dieses Spiel nicht gewinnen. Denn die Dresdner Fehlerkette wurde immer länger. Und der TV Rottenburg spielte gut organisiert, selbst wenn der Ball am Block vorbei ging, war das Feld dahinter gut abgedeckt. "Die Mannschaft fällt grundsätzlich nicht in alte Muster", sagte TVR-Trainer Hans Peter Müller-Angstenberger, "wir haben auch auf die Fehler des Gegners gewartet und uns nicht dessen Niveau angepasst. Das ist gut, dass wir unser Spiel durchgezogen haben."

So gerieten die Rottenburger nach dem ungefährdeten Sieg im zweiten Satz im dritten nie in Rückstand. Dennoch: Nach 17:12-Führung kam Dresden auf 14:17 heran. Müller-Angstenberger nahm seine erste Auszeit. Und nach dem 18:17 die zweite. TVR-Kapitän René Bahlburg punktete drei Mal in Serie. Und Rottenburg hat zumindest ein drittes, dann entscheidendes Pre-Playoff-Spiel zu Hause sicher. Dresdens Eric Grosche ist überzeugt, dass es dazu kommen wird: "Da werden auch mehr Fans von uns dabei sein." Gestern waren es null von ihnen. Wenn welche da gewesen wären, die hätten sich nur geärgert.

Tobias Zug

Dirk Mehlberg: "Dresden kann viel besser spielen"

Den ersten Schritt zu den Playoff-Spielen um die Deutsche Meisterschaft haben die Rottenburger gemacht. Bei einem Sieg am Mittwoch (19.30 Uhr) in Dresden hat der TVR das Viertelfinalspiel gegen den VfB Friedrichshafen erreicht. Wenn nicht, geht's am Sonntag im entscheidenden Spiel zu Hause nochmals gegen den VCD. "Die Dresdner können aber viel besser spielen als sie es heute gezeigt haben", warnt TVR-Spieler Dirk Mehlberg, "die hatten irgendwie eine Handbremse drin." Mehlberg: "Das war heute unser Heim-Bonus, der uns auch geholfen hat." Müller-Angstenberger schlägt ein drittes Spiel auch nicht ins Reich der Fabeln: "Wir halten alle Trümpfe in der Hand. Aber in der Regel geht's in solchen engen Duellen meistens über drei Spiele."

Nicht glücklich

Den Vereinsangaben zufolge kamen gestern 1350 Zuschauer zum TV Rottenburg. Tatsächlich waren es etwa 1000 Besucher, die gut 800 Dauerkartenbesitzer rechnen die TVR-Verantwortlichen nämlich in die offizielle Zuschauerzahl mit ein. Mit dem Zuspruch war TVR-Geschäftsführer Norbert Vollmer nicht gerade zufrieden. "Das macht uns nicht glücklich", sagte er. "Die Maßnahme vom Verband, Spannung vor den Playoffs reinzubringen, kommt bei unseren Fans offensichtlich nicht so an."

Fan-Shop im "Tollhaus"

Erstmals gab es gestern einen TVR-Fanshop in der Halle. T-Shirts, Kapuzen-Pullis, Schals und Tassen gab's dort mit der Aufschrift "Tollhaus der Liga" - eine Erfindung von Hallensprecher Ingo Pufke. Schützen lassen haben sich die Rottenburger den Slogan nicht. "Wir denken, das passt so", sagt Manager Jörg Papenheim.

Volleyball trotz Rheuma

Die beiden Nachwuchs-Spieler des Monats beim TV Rottenburg sind zwei Mittelblocker: Celine-Marie Ruckaberle (16) aus Rottenburg und Patrick Pfeffer (19) aus Bondorf. Pfeffer wechselte vor der Saison aus der dritten Mannschaft zur zweiten in die Dritte Liga. Und wann sieht man ihn in der ersten Mannschaft des TVR? "Schau' mer mal", sagt Pfeffer und grinst. Ruckaberle dagegen konnte zuletzt nicht Volleyball spielen. Vor einem halben Jahr begannen die schmerzen erst im Knie, später im Hand- und Sprunggelenk. Die Diagnose: Rheuma. Mehmals musste sie in die Klinik. Doch heute Abend will Ruckaberle wieder ins Training einsteigen.

"Günstig, flexibel, einzigartig"


Volleyball: Wie groß sind die Chancen, dass es mit Erstliga-Volleyball weitergeht?
Sportlich läuft's prima beim TV Rottenburg. Bleibt die Frage, ob - und wenn ja, wie - es kommende Saison weiter geht mit Erstliga-Volleyball beim TVR.

Rottenburg.Da ist Rottenburgs Manager Jörg Papenheim ein kleiner Coup gelungen. Vergangene Woche unterschrieb mit Mittelblocker Felix Isaak (24) einer der TVR-Leistungsträger einen Vertrag für die kommende Runde. Die erste Vertragsverlängerung für die Saison 2014/15 in der Bundesliga. Gültig ist der Vertrag nur in der ersten Liga. "Wir wollten den Leuten frühzeitig ein Signal geben, dass sie sehen, es geht weiter", sagt Rottenburgs Manager Jörg Papenheim. Mit "den Leuten" meint Papenheim einerseits die Sponsoren, andererseits die Fans - und damit potenzielle Dauerkarten-Käufer.

Dass es tatsächlich sicher weitergeht, will Papenheim allerdings noch nicht über die Lippen kommen. Auf 65 Prozent taxiert er die Chancen. In den kommenden ein, zwei Wochen stehen mit einigen größeren Sponsoren entscheidende Gespräche an. Bei den Verhandlungen mit den Premium-Sponsoren gehe es um bis zu mittleren fünfstelligen Beträgen, sagt Papenheim.

Vergangene Woche lief beim Heimspiel gegen Coburg auch die alljährliche Dauerkarten-Aktion an. Mit dem Slogan "günstig, flexibel, einzigartig" wirbt der TVR für seine Saisonkarte. Zwischen 60 und 145 Euro kostet das Kärtchen - je nach Platz-Kategorie. Wer sein Stammticket gestern beim Spiel orderte, bekam 15 Prozent Rabatt - oder einen Mini-Volleyball mit den Autogrammen der Spieler. In den vergangenen Jahren kauften immer gut 800 Anhänger eine Dauerkarte.

Die Saison 2014/2015:

Wer bleibt? Wer geht?

Die nächste Vertrags-Verlängerung kündigt Manager Papenheim für kommende Woche an. Ein heißer Kandidat ist Zuspieler Federico Cipollone (19), der bei einer lokalen Bank eine Ausbildung begonnen hat und diese Saison einen Stammplatz erobert hat. Auch Sven Metzger (22), der als Diagonalangreifer momentan gesetzt ist, wird wohl beim TVR bleiben, ebenso wie Friederich Nagel (20). "Ich würde mich freuen, wenn wir hier künftig gemeinsam weiter Erfolge feiern können", sagt der Mittelblocker nach seinem ersten Jahr beim TVR. "Ich bin zufrieden mit meiner Entwicklung hier."

TVR-Urgestein Willy Belizer (28) wird wohl ebenfalls weiterspielen. "Wenn, dann hier", sagt der Libero und ergänzt grinsend. "Ich fühl' mich noch nicht zu alt." Allerdings müssen für den Wissenschaftlichen Mitarbeiter am Sportinstitut der Uni Tübingen die Rahmenbedingungen wie den Trainingszeiten passen. Diese Saison hat's gut geklappt. Warum also nicht auch nächste?!

Ein Bekenntnis zu Rottenburg gibt auch Michael Neumeister (28) ab. Bis zum Ende des Jahres will er sein Bachelor-Studium in Sportmanagement beendet haben, dann soll der Master in BWL folgen. Am liebsten in Tübingen. Dass er seine Stammposition als Zuspieler an Cipollone verloren hat, spielt für ihn dabei keine Rolle. "Ich weiß, dass nach einer nicht so glorreichen Saison auch wieder eine bessere kommt."

Auch für Kapitän René Bahlburg (25) gibt es wenige Gründe, zu wechseln. Angebote hat er jedenfalls noch keine von anderen Vereinen. Festlegen will er sich jedoch nicht. "Es ist alles noch in der Schwebe." Ein Wackelkandidat ist Diagonalangreifer Markus Pielmeier (26), der diese Runde seinen Stammplatz verloren hat. Er ist in den letzten Zügen seines Bacherlor-Studiums in Chemie und will den Master draufsetzen. Wo, ist noch offen, ebenso, wo er Volleyball spielen wird. Nur eins ist klar: "Ich werde auf jeden Fall weiter spielen." Das gilt auch für Außenangreifer Dirk Mehlberg (29): "Bei mir geht es jetzt um die langfristige Planung, was ich mache." Mehlberg will im Sommer sein Bachelor-Studium in Sportmanagement beenden. Ob er weiter studieren oder arbeiten wird, ist derzeit unklar.

Auch beim Kanadier Niko Rukavina (24) ist noch offen, wie es weitergehen soll. "Es kann sein, dass ich zum Studieren nach Kanada zurückgehe", sagt der Außenangreifer. Aber: "Wenn ich weiter Volleyball spiele in Europa, dann hier in Rottenburg." Und das, obwohl Rukavina nicht häufig spielt. "Ich mag Rottenburg, den Verein, die Leute und die Stadt. Und ich sehe hier, wo ich mich noch verbessern kann."

Mittelblocker Aitor Canca (31) spielte in seiner Karriere noch nie so wenig. Dass der Spanier zum Karriere-Ende hin draußen schmoren möchte, scheint eher unwahrscheinlich.Am Anfang seiner Laufbahn steht noch Nico Zager (20). Doch beim TV Rottenburg scheint er auf dem Abstellgleis angelangt zu sein, darf nur ganz selten für kurze Zeit ran und ist vor allem im Training wichtig als Sparringspartner. Interessant wird auch, wie viele Klubs nächstes Jahr in der Liga spielen. Entsprechend groß oder klein wird das Angebot an Spielern sein.

Für Felix Isaak war fix klar, dass er kaum eine Alternative zum TVR hatte. Lehramts-Studium und Bundesliga-Volleyball lässt sich wohl nur beim TVR so gut vereinen. Wie viel besser sein neuer Vertrag dotiert ist, will Isaak nicht verraten. Nur so viel: "Meine Leistung wird schon wertgeschätzt", sagt er. "Da kann man sich als Student nicht beschweren." Eine Gehaltserhöhung hat er sich verdient. Schließlich spielt er die wohl beste Saison seiner Karriere. Den Grund für seine starken Leistungen sieht Isaak im vergangenen Sommer. Damals feierte er sein Nationalmannschafts-Debüt. "Das hat mir viel Selbstvertrauen gebracht."

Vincent Meissner


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Veranstaltung(en) zu diesem Bericht

16.03.2014 : 17:00 Uhr

Volleyball Bundesliga (Herren): TV Rottenburg - VC Dresden (Pre-Playoffs, Spiel 1)



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