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TAGBLATT: Auf Rückwärtssuche


Volleyball: Physiotherapeutinnen und Arzt beim TV Rottenburg jetzt an einem Ort

Die meisten Spieler des TV Rottenburg wohnen auch in Rottenburg. Und haben es jetzt nicht mehr ganz so weit zu ihrer Physiotherapeutin: Sabine Schepperle und Felicitas Koenen sind neu im medizinischen Team des Bundesligisten. Auch mit neuen Ansätzen.

Rottenburg. Fehlen nur noch Bundesliga-Heimspiele in Rottenburg. Aber dafür ist die neue Volksbank-Arena nicht geeignet. Der TV Rottenburg wird weiter in Tübingen spielen. Ansonsten wird der Bundesligist immer heimischer: Zu ihren Physiotherapeuten müssen die Spieler auch nicht mehr nach Tübingen, denn Sabine Schepperle und Felicitias Koenen sind jetzt für die TVR-Volleyballer zuständig. Und deren Physio-Praxis ist in Rottenburg. "Die Schnittstelle zwischen Trainer, Mediziner und Physiotherapeuten wird damit ganz eng", sagt Trainer Hans Peter Müller-Angstenberger. "Für alle, die kein Auto haben, ist das jetzt super", sagt Mittelblocker Friederich Nagel, der in einer Wohngemeinschaft direkt vor der Praxis lebt.

Für Maik Schwitalle ist die Zusammenarbeit mit der Physiotherapeutin "die Krönung", wie er sagt: "Das war immer mein Wunsch an den Verein, dass sie eingebunden wird." Schwitalle ist seit elf Jahren Mannschaftsarzt des TV Rottenburg. Schepperle kennt er seit zwei Jahren. Jetzt arbeiten sie gemeinsam, um die TVR-Spieler fit zu bekommen - besser gesagt: um sie gar nicht erst verletzt werden zu lassen. "Das Hauptproblem bei den Burschen ist die Doppelbelastung", sagt Schwitalle, "sie trainieren wie die Profis, haben aber auch noch Jobs oder studieren. Die Regeneration ist entsprechend kurz. Für uns geht es da vor allem, um die Vermeidung von chronifizierten Problemen."

Deshalb untersuchten Schwitalle und Schepperle vor der Saison alle Spieler auch auf etwaige Schwachstellen. So mussten diese beispielsweise über einen Stab springen. Anhand des Bewegungsablaufs fanden die Beiden dementsprechende Problemzonen, an denen die Spieler individuell mit vorgegebenen Übungen arbeiten sollen. Schepperle ist auch Myoreflextherapeutin, hat darüber bei Kurt Mosetter in Konstanz examiniert. Mit Mosetter arbeitet auch der US- und ehemalige deutsche Fußball-Bundestrainer Jürgen Klinsmann eng zusammen. Grob gesagt werden bei dieser Therapie nach Muskelansätzen gesucht, die Ursache für einen jeweiligen Schmerz sein können, und diese dann behandelt. "Es ist praktisch eine Rückwärtssuche", sagt Schepperle, die schon früher immer die Spiele der TVR-Volleyballer besucht hat.

Jetzt lernt sie die Problemzonen der Spieler persönlich kennen. Je nach Positionsprofil unterscheiden diese sich auch: Mittelblocker wie beispielsweise Friederich Nagel, "die haben die Höchstbelastung", wie Schwitalle erläuert, "sie müssen immer springen". So sind deren Sprunggelenke am stärksten belastet von allen. Während bei Diagonalangreifern mehr die Schultern in Mitleidenschaft gezogen werden. "Verletzungen spielen im Volleyball nicht die Hauptrolle", sagt Schwitalle, "es sind mehr chronische Überlastungsgeschichten, an denen gearbeitet werden muss."

Ein Mal im Monat treffen sich die Trainer, das Management, Physiotherapeuten und der Arzt regelmäßig zu einem Treffen in der Praxis. "Das ist uns wichtig, dieser Austausch", sagt Schwitalle, "wir sprechen darüber, wie es läuft, was es zu verbessern gibt, wo wir noch Potenzial haben."


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18.10.2014 : 19:30 Uhr

Volleyball Bundesliga (Herren): TV Rottenburg - TSV Herrsching



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