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TAGBLATT: Man spricht Englisch


Volleyball:Ex-Kapitän René Bahlburg kommt mit Bundesliga-Aufsteiger VSG Lüneburg zum TV Rottenburg

In der vergangenen Saison war er noch Spielführer des TV Rottenburg, bei dem er vier Jahre lang spielte. Am Samstag (19.30 Uhr) kommt René Bahlburg als Gegner zurück mit dem Bundesliga-Aufsteiger SVG Lüneburg. Und vergleicht im TAGBLATT die beiden Klubs miteinander.

MANNSCHAFT

"Von den Typen her ist es ähnlich wie in Rottenburg", sagt René Bahlburg, "wir haben auch ein sehr emotionales Team, die Punkte werden abgefeiert, und im Training haben wir auch viel Spaß." Großer Unterschied: Im Team der Lüneburger spielen insgesamt fünf Ausländer aus fünf Nationen, die Vollprofis sind. Beim TV Rottenburg waren es in den vergangenen Jahren höchstens mal zwei Nicht-Deutsche. Im Training und Spiel wird deshalb bei der SVG Englisch gesprochen. Anders als bei der fast nur aus Studenten bestehenden TVR-Mannschaft sind in Lüneburg einige schon berufstätig.

Bahlburg selbst ist Projektleiter einer Reinigungsfirma, einem Sponsor des Klubs. 40 Stunden arbeitet er in der Woche, abends geht's dann noch ins Training. Fast ähnlich verlief der Saisonauftakt beider Teams: Nach der 2:3-Niederlage am Mittwoch gegen KW-Bestensee steht Aufsteiger Lüneburg mit sieben Punkten auf dem fünften Tabellenplatz. Der TV Rottenburg ist mit einem Punkt mehr Zweiter.

UMFELD

Da die 2007 erst gegründete Spielgemeinschaft zum ersten Mal in der ersten Bundesliga spielt, "ist das ganz schwer zu vergleichen", sagt René Bahlburg. Der TV Rottenburg ist in der Bundesliga etabliert, spielt mittlerweile seine - mit Unterbrechung - achte Saison in Deutschlands Elite-Liga. "Rottenburg hat da so viele Jahre Vorsprung, das holst du nicht innerhalb von einem Jahr auf", sagt der 26-Jährige.

Schon die Hallensituation ist in Lüneburg schwieriger: Während der TVR seit einigen Wochen in der neuen Volksbank-Arena trainieren kann, üben die Lüneburger Bundesliga-Volleyballer in einer Schulturnhalle - wenn sie denn dürfen. "In den Ferien kann's schon mal sein, dass die Halle geschlossen ist, und keiner weiß davon was", berichtet Bahlburg. Statt drei bis vier Einheiten in der Woche wie in der Zweiten Liga hat Trainer Stefan Hübner das Pensum auf elf erhöht. "Das muss sich hier jetzt auch erstmal alles einspielen", sagt Bahlburg. Allerdings tut sich einiges im Umfeld der Lüneburger: In Malte Stolley wurde ein Scout eingestellt, der sportliche Leiter Bernd Schlesinger bringt viel Volleyball-Erfahrung mit, wurde unter anderem 1994 als Trainer mit dem 1. VC Hamburg Pokalsieger. Geschäftsführer und Vorsitzender ist Bahlburgs Vater Andreas.

HALLE

Die Gellersen-Halle im 2,5 Kilometer von Lüneburg entfernten Reppenstedt ist die Heimspielstätte der SGV. Eine kleine Schulsporthalle, "relativ gemütlich", wie Bahlburg sagt, in die 800 Zuschauer reinpassen. Fast vier Mal so viel kann dagegen die Tübinger Paul-Horn-Halle aufnehmen, in der die Rottenburger spielen. "Aber wenn bei den Rottenburger Spielen 2000 Zuschauer sind, wirkt die Halle halt nicht so voll", sagt Bahlburg. In der Gellersen-Halle stehen die Zuschauer dagegen dicht gedrängt, die vordersten nur ein paar Meter vom Spielfeldrand entfernt. Bahlburg: "Da kannst du beim Anlauf zum Aufschlag noch die Zuschauer abklatschen." Während beim TV Rottenburg eine Trommelgruppe den Rhythmus angibt, schlagen die Lüneburger Fans zur Kracherzeugung Klatschpappen in die Hände.

TRAINER

Gemeinsamkeiten? René Bahlburg lacht laut. "Glauben Sie, man findet nochmal so einen Trainer wie Hans?", fragt er rhetorisch. Zu Rottenburgs Hans Peter Müller-Angstenberger ist die fleischgewordene Leidenschaft des Klubs, ist Trainer, Fan und Animateur in einem, wenn er an der Außenlinie Pirouetten dreht oder die Fans dirigiert. "Er pusht ungemein", sagt Bahlburg. Bei der SGV hat der Außenangreifer einen anderen Typus Trainer: Stefan Hübner, der jüngst als Co-Trainer mit der Nationalmannschaft die Bronzemedaille bei der Weltmeisterschaft in Polen gewonnen hat. "Er ist eher 'normal'", sagt Bahlburg, "r elativ relaxed." Wobei der 26-Jährige sich nicht festlegen will, welche Art ihm besser behagt. "Im Spiel hat man das gar nicht so mitbekommen, was Hans draußen gemacht hat. Beide sind jedenfalls sehr akribisch und bereiten einen immer sehr gut aufs Spiel vor. Hans hat vielleicht noch ein paar Motivationssprüche mehr in petto, hat manchmal auch Bilder und so an die Wand gehängt."

STADT

René Bahlburg vergleicht die 70000-Einwohner-Stadt Lüneburg mit Tübingen. Eine Studentenstadt "mit vielen Kneipen und Bars". Zu seiner TVR-Zeit ist er mit den Mitspielern auch öfter nach Tübingen gegangen zum Zeitvertreib. "In Rottenburg ist ja um elf schon Schicht im Schacht", sagt er. Bahlburg ging in Lüneburg zur Schule, wohnte - wie jetzt auch - in einem Vorort der Stadt. Wenn er am Samstag zum Spiel gegen seinen Ex-Klub zurückkommt, wird er bis Sonntag bleiben. Ebenso wie sein Teamkollege Falko Steinke, der insgesamt zwei Jahre beim TV Rottenburg spielte. "So oft kommt man ja auch nicht hier runter", sagt Bahlburg.

Tobias Zug

Warnung vor dem Gegner

Rottenburgs Gegner SGV Lüneburg gilt bei den Experten als der stärkste Aufsteiger. Geschäftsführer Andreas Bahlburg sagt auch: "Wir greifen an! Primär wollen wir als Aufsteiger erst einmal die Liga halten. Doch niemand wird gegen uns ein leichtes Spiel haben!" TVR-Coach Hans Peter Müller-Angstenberger spricht ebenfalls angetan vom Gegner: "Das Team hat sich im Vergleich zur vergangenen Saison stark verändert, es ist eine sehr homogene Truppe." Und dann sind da auch noch die Ex-TVR-Spieler Falko Steinke und René Bahlburg. "Die sind heiß auf das Spiel, die haben sich viel vorgenommen und wollen hier glänzen", sagt der Trainer.


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01.11.2014 : 19:30 Uhr

Volleyball Bundesliga (Herren): TV Rottenburg - SVG Lüneburg



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