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TAGBLATT: Anderer Puls


Volleyball: Rottenburgs Ex-Bundesliga-Manager Jörg Papenheim zu Gast mit Berlin

Vor dieser Saison hat Jörg Papenheim den Volleyball-Bundesligisten TV Rottenburg als Manager verlassen und stieg bei dessen Sonntagsgegner VCO Berlin ein. Ein Job, bei dem er das Verlieren lernen muss. Weil die Aufgaben und Ziele andere sind.

Berlin. Wenn der VC Olympia Berlin in der Bundesliga spielt, geht's nicht so sehr um die Quintessenzen des Sports - um Sieg oder Niederlage. Dass die Mannschaft verliert, ist Alltag. Der VCO ist der Bundesstützpunkt für den Nachwuchs des Verbands (DVV). 17- bis 19-jährige Burschen sollen dort für eine Profikarriere ausgebildet werden, denen im Normalfall die weitaus erfahreneren und auch körperlich reiferen Gegenüber die Bälle um die Ohren hauen.

Berlins Manager Jörg Papenheim schaut deshalb die Spiele anders an als in seinen neun Jahren beim TV Rottenburg. "Der Puls ist ein anderer", sagt der 40-Jährige, "ich feiere schon mit, wenn wir punkten und werde sauer, wenn wir mies spielen. Aber hier geht es "nur" darum, gut auszusehen. Vielleicht macht man sich da auch was vor, aber in Rottenburg hieß es noch, dass von Sieg und Niederlage so viel abhängt." Papenheim hat deshalb nicht die "klassischen" Manager-Aufgaben wie noch in Rottenburg, wo er hauptsächlich Sponsoren akquirieren musste, den Kader zusammenstellen - und "nebenbei" auch noch das Frauenteam trainierte. Beim VCO Berlin muss er gleich vier Teams aus Jugend- und Juniorenleistungsteam erstellen. Und zwar jedes Jahr aufs Neue.

Gefordert ist Papenheim aber vor allem sportpolitisch. Seine Stelle war zuvor verwaist. Der erste hauptamtliche Manager des VCO soll die Strukturen professionalisieren und die Volleyball-Nachwuchsarbeit in Deutschland verbessern. Der VCO Berlin soll "zu 90 Prozent aus der Junioren-Nationalmannschaft bestehen", sagt Papenheim. Zurzeit gehören sechs der 15 Spieler dem U20-Nationalkader an. Plus Trainer Johan Verstappen. Papenheim: "Das hier ist ein krasses Übergangsjahr."

Umso mehr stieß ihn die Kritik auf, die der Manager des Deutschen Meisters und Stadtrivalen Berlin Volleys, Kaweh Niroomand, zu Saisonbeginn äußerte. Tenor: "Wir brauchen den VC Olympia nicht!" Niroomand kritisierte die Chancenlosigkeit des Teams. Und er vermisste in den vergangenen Jahren den Nachwuchs für das Nationalteam, den der VCO ja hervorbringen sollte. "Die Probleme sind ja nicht zu widersprechen", sagt Papenheim, "aber die Kritik kam zur Unzeit. Gerade wegen diesen Problemen haben wir ja hier diese Positionen wie meine besetzt." Aber klar sei: "Unser Konzept greift nur, wenn die zwölf besten Nachwuchsspieler im Land auch bei uns sind." In der Berliner Zeitung prangerte Papenheim da das Vorgehen einiger Bundesligisten an, die Spieler vom letzten Junioren-Jahrgang verpflichten. Im TAGBLATT nennt der VCO-Manager die Spieler Moritz Karlitzek (Coburg/Grub) und Adam Kocian (Düren) als Beispiele: "Die sollten eigentlich beim VCO spielen!"

Immerhin wird das aktuelle VCO-Team nicht ganz so abgeschossen: Gegen Dresden gewann es - durch dessen Lizenzentug sind diese drei Punkte aber wieder weg. Und gegen die Netzhoppers holte es einen Punkt. Wobei dieser nach 2:0-Führung eher als Niederlage zu bezeichnen ist. Bei seinem Ex-Verein wäre Papenheim froh, wenn das Team einen Satz gewinnt. "Zu mehr wird's wohl nicht reichen." Er wird da sein, ist schon am Donnerstag zu seinem Wohnort Nürtingen geflogen. Das jetzige Team hat er noch zusammengestellt. "Das dort alles so funktioniert wie geplant, das freut mich sehr." Bei der jüngsten Pokalniederlage des TVR in Bühl "habe ich mitgelitten". Da spürte Papenheim wieder, wie schmerzhaft Niederlagen sein können.

Tobias Zug

Doppel-Spieltag für TV Rottenburg

Nach drei Niederlagen in Serie hat Bundesligist TV Rottenburg am Wochenende gleich zwei Möglichkeiten, wieder zu punkten. Wobei die Aufgabe am Samstag (19.30 Uhr) beim CV Mitteldeutschland in Spergau wohl etwas schwerer werden wird als am Sonntag (18 Uhr) gegen den Letzten VCO Berlin. Die Berliner sind zudem am Freitag (in Herrsching) und Samstag (in Bühl) im Einsatz, nehmen die Spiel e als Generalprobe für die anstehende Europameisterschafts-Qualifikationsrunde der U19-Nationalmannschaft. Der TV Rottenburg wird beim Heimspiel erstmals mit dem Sondertrikot der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS) auflaufen, mit der er eine Kooperation eingegangen ist (wir berichteten in der "Rottenburger Post").


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Veranstaltung(en) zu diesem Bericht

13.12.2014 : 19:30 Uhr

Volleyball Bundesliga (Herren): CV Mitteldeutschland - TV Rottenburg




14.12.2014 : 18:00 Uhr

Volleyball Bundesliga (Herren): TV Rottenburg - VCO Berlin



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