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TAGBLATT: Negativlauf verhindert


Volleyball: TV Rottenburg beendet Bundesliga-Doppelspieltag mit 3:0-Sieg gegen den VCO Berlin

Keine Blöße gegeben hat sich Bundesligist TV Rottenburg gestern Abend vor 1600 Zuschauern gegen den VCO Berlin. Mit dem 3:0-Sieg (25:19, 25:20,25:18) beendete er seine Doppelschicht mit vier Punkten.

Tübingen. Alle Spieler und Trainer des TV Rottenburg formierten sich zu einem Jubelkreis. Sie schwangen das Tanzbein und tätschelten - außer er selbst - ihren Libero Johannes Elsäßer, der seinen ersten Saisoneinsatz über die gesamte Spielzeit hatte. Soeben hatten die Rottenburger den Tabellenletzten besiegt, die Nachwuchsspieler vom VCO Berlin.

Nicht mehr als eine Pflichtaufgabe? Vielleicht. Wenn die Rottenburger zuvor nicht beim VC Mitteldeutschland verloren hätten, und im Pokal und Liga in Bühl, und gegen Friedrichshafen und Berlin Volleys. "Man kann da dann schon in einen Negativlauf kommen", sagte TVR-Geschäftsführer Norbert Vollmer. "Man hat gesehen, dass sich die Mannschaft heute viel vorgenommen hat", sagte TVR-Trainer Hans Peter Müller-Angstenberger. Der hatte die Mannschaft kräftig umgestellt, schonte einige Spieler: Außen Dirk Mehlberg, der sonst immer in der Start-Sechs war, spielte gar nicht. Statt Willy Belizer spielte Libero Johannes Elsäßer, auch Diego Ferreira Guardiano durfte erstmals dauerhaft ran.

Und dieses neuformierte Team tat sich recht schwer gegen die Berliner Burschen, die ihr drittes Spiel innerhalb von drei Tagen machten. "Wir waren ziemlich fertig", sagte VCO-Außen und U20-Nationalspieler Timo Schlag. Annahmefehler zu Beginn bekräftigten Schlags Aussage. Doch die Rottenburger waren ebenfalls unsortiert, brachten zu wenig Druck in ihre Angriffsschläge, um gleich mal davon zu ziehen. Erst nach dem 7:7 stabilisierten sie ihr Spiel, gewannen recht problemlos den ersten Satz.

Die jungen Berliner, alles 17- bis 19-jährige Jungs, spielten gefällig. Zuspieler Maximilian Horn - von Müller-Angstenberger später zum wertvollsten Spieler gewählt - gefiel mit variantenreichem Zuspiel und überraschte auch wie beim 13:13 im zweiten Satz, als er in der Drehung den Ball ins gegnerische Feld drückte. Aber die Angriffe hatten jetzt nicht die Wucht und Dynamik, wie sie international gestählte Profis aus Friedrichshafen, Düren oder Berlin übers Netz bringen. Auch die Aufschläge waren nicht sonderlich risikoreich und gefährlich - Hauptsache, drüber.

Doch die Burschen blieben im zweiten Satz bis zum 17:18 am TVR dran. Rottenburgs Trainer Hans Peter Müller-Angstenberger bat dann zur zweiten Auszeit in diesem Satz. Sven Metzger kam rein. Lars Wilmsen punktete durch die Mitte. Auf 19:22 kam Berlin nochmals ran. Als David Seybering seinen Aufschlag ins Netz drosch, hatte Rottenburg den zweiten Satz gewonnen.

Es wurde weiter recht zäh - der VCO Berlin ließ sich nicht einfach so abschütteln. Keinerlei Anzeichen, dass sie nach ihrer Drei-Tages-Zick-Zack-Süddeutschland-Tour (über Herrsching, Bayern, und Bühl, Baden, nach Tübingen, Württemberg) so schnell wie möglich in ihre zwei Kleinbusse sitzen und heim nach Berlin fahren wollten. Bis zum 14:14 ließen die Berliner die Rottenburger nicht entweichen. "Wenn die Morgenluft wittern", sagte Müller-Angstenberger, "dann spielen die sich in einen Rausch."

Doch sie witterten nichts mehr, "denn bei uns ließ die Konzentration bei der Annahme nach", sagte Timo Schlag. Und Rottenburg nutzte das aus. Punkteten meist über Oliver Staab und Tom Strohbach. 24:17 stand's. Der erste Matchball wurde noch vergeben. "Liebe Zuschauer", sprach hernach Hallensprecher Ingo Pufke, "wir brauchen noch einen Punkt, Punkt, Punkt." Den lieferte den Rottenburgern Felix Göbert, indem er seinen Aufschlag weit ins Aus haute. Berlins Trainer Verstappen war nicht unzufrieden mit seinem Team, wünschte den Rottenburgern noch artig übers Mikrofon "mit so einem Publikum, so hoffe ich, doch gute Play-Offs zu machen". Das sei auch das Ziel: "Jetzt holen wir noch zwölf Punkte", sprach Hans Peter Müller-Angstenberger, "dann sind wir da, wo wir hin wollen: unter den besten Fünf."

Tobias Zug

Premieren für Johannes Elsäßer und Diego Ferreira Guardiano

Lange hat er warten müssen. Im zwölften Punktspiel gegen den VCO Berlin durfte der 20-jährige Johannes Elsäßer dann erstmals in dieser Saison die gesamte Spielzeit über spielen. Zuvor war der Libero meist nur für wenige Sekunden eingewechselt worden. "Ein dickes Kompliment an Johannes, er hat gezeigt, dass er erste Liga spielen kann", sagte sein Trainer Hans Peter Müller-Angstenberger. Die "Stimmungskanone im Team" (Müller-Angstenberger) wirkte zu Beginn noch übermotiviert, spielte danach gefällig und konzentriert. Am meisten gefreut über Elsäßers Leistung habe sich Stamm-Libero Willy Belizer, sagte Müller-Angstenberger: "Denn der Willy coacht ihn auch." Auch Diego Ferreira Guardiano stand erstmals in der Starter-Sechs. Vor Saisonbeginn war der Zugang noch operiert worden. "Es war schon schwer reinzukommen, da mir noch der Spielrhythmus fehlte", sagte Guardiano, "aber es war okay. Schritt für Schritt geht's aufwärts."


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14.12.2014 : 18:00 Uhr

Volleyball Bundesliga (Herren): TV Rottenburg - VCO Berlin



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