Homepage präsentiert von Tagblatt

News 1. Bundesliga Herren 1

0 Kommentare

TAGBLATT: Einfach gemacht


Volleyball: TV Rottenburg schlägt schwache Netzhoppers KW-Bestensee souverän mit 3:0

Spannend war es nur im ersten Satz. Anschließend deklassierte der TV Rottenburg die Netzhoppers aus Königs Wursterhausen vor 2000 Zuschauern in derTübinger Paul-Horn-Arena. Das klare 3:0 (29:27, 25:16, 25:14) ist der Ausdruck eines miserablen Auftritts der Brandenburger.

Tübingen.Wenn man KW-Coach Mirko Culic nach dem Spiel so sah und hörte, konnte man leicht den Eindruck gewinnen, dass dieser Mann sich schämt: ob der Leistung seiner Mannschaft. "Es tut mir leid, was wir heute gezeigt haben", entschuldigte er sich bei den 2000 Zuschauern in der Halle. "Sie hätten ein besseres Spiel verdient gehabt." Nach Spielende holte er seine Mannschaft zusammen und predigte ihr erst einmal ein paar Worte. "Ich weiß nicht, was mit uns los war", sagte Culic.

Dabei hatten seine Netzhoppers im ersten Satz durchaus ihre Möglichkeiten. "Aber immer wenn wir eine Chance hatten, waren wir ängstlich", fand Culic. Der TVR führte eigentlich durchgehend, setzte sich zwischenzeitlich auf 9:5, später dann auf 20:17 sowie 24:22 ab. Doch die Rottenburger bekamen den Satz zunächst nicht zu. Wobei er eigentlich schon dem TVR gehörte. 24:23 führte Rottenburg, als KW-Angreifer Daniel Heinecke ins Aus schmetterte. Doch der Linienrichter gab den Ball gut. "Da war sogar ein Schweißabdruck auf dem Boden", sagte Rottenburgs Dirk Mehlberg, "aber es ist klar, dass er seine Entscheidung nicht zurücknehmen kann."

Immerhin hatte es für den TVR keine negativen Folgen. Denn als Sven Metzger beim Stand von 27:27 den KW-Block anspielte und der Ball von dort in deren Hälfte aufkam, nutzte der TVR seine Gelegenheit. Und die war symptomatisch für den Auftritt der Netzhoppers. Ein relativ harmloser Metzger-Aufschlag wurde von der Annahme komplett unterschätzt, kam kurz vor der Grundlinie auf und sprang Netzhoppers-Topscorer Paul Sprung sogar noch an den Fuß. "Dass wir diesen Satz gewonnen haben, war mental enorm wichtig für uns", befand Mehlberg.

Und es gab dem TVR regelrecht einen Schub. Denn fortan dominierte Rottenburg seinen Gegner. "Man kann aber nicht sagen, dass wir sie an die Wand gespielt haben", sagte Mehlberg. Der Netzhoppers Auftritt war einfach viel zu schwach. In Satz zwei waren die Brandenburger schnell abgehängt, die höchste TVR-Führung gab es beim 21:11, als Sprung den Ball ins Aus schmetterte. Ein Aufschlagfehler von Georg Escher besiegelte das 25:16.

Im dritten Satz änderte sich nichts. Wieder dominierte der TVR, wieder von Beginn an. Mit einem 6:0 erspielte sich Rottenburg schnell den schon entscheidenden Vorteil. "Wenn so eine emotionale Mannschaft vor diesem Publikum in einen Lauf kommt, sieht man schnell sehr schlecht aus", sagte Sprung. Und das taten die Netzhoppers. Es brauchte einen technischen Fehler des TVR, dass KW-Bestensee in Satz drei erstmals punktete. Rottenburg spielte sein Spiel souverän herunter, Lars Wilmsens Aufschlag stellte die höchste Führung im letzten Durchgang her (24:12). Diego Ferreira verwandelte schließlich den dritten Matchball des TVR zu einem Sieg, der nach dem engen ersten Satz so nicht zu erwarten war.

"Ich bin hochzufrieden", bilanzierte TVR-Coach Hans Peter Müller-Angstenberger. "Wann wir da sein mussten, waren wir da." Und schließlich verabschiedete sich KW-Trainer Culic mit einem Versprechen an die Besucher: "Wir kommen wieder - und dann zeigen wir ein besseres Spiel!"

Moritz Hagemann

Der Matchplan ist voll aufgegangen

Es war auch das Duell zweier Systeme: "Die spielen komplett anders als wir", sagte TVR-Trainer Hans Peter Müller-Angstenberger über den Stil der Netzhoppers. Er hatte seinen Rottenburger deshalb gesagt, nicht immer gleich auf den direkten Punktgewinn zu gehen. "Wir wollten einfach zäher sein", sagte Müller-Angstenberger. Und das gelang den Rottenburgern. Die Netzhoppers machten Fehler um Fehler, "im Angriff und in der Annahme hat bei uns gar nichts gestimmt", sagte deren Trainer Mirko Culic. Auf den Punkt brachte es auch KW-Angreifer Paul Sprung: "Wir haben uns heute einfach selbst auseinandergenommen."

Meister der Rotation

Volleyball: TVR siegt ohne seinen Kapitän und den Topscorer

Philipp Jankowski fehlte verletzt, Tom Strohbach war nur bei zwei Ballwechseln auf dem Feld. Und dennoch überzeugte der TVR im Duell des Tabellenfünften gegen den Sechsten. "Ich kann mich auf jeden meiner Jungs verlassen", sagte TVR-Trainer Hans Peter Müller-Angstenberger.

Tübingen.Ein schelmisches Grinsen konnte sich Johannes Elsäßer nach dem Spiel nicht verkneifen. Der 20-jährige Libero erhält mehr und mehr Einsatzzeit. "Ich gebe im Training immer Gas", sagte er, "und wir haben einen Trainer, der das honoriert." Beim 3:0 gegen den VCO Berlin durfte er schon durchspielen, am Samstag stand Elsäßer fast den kompletten zweiten Satz auf dem Feld. "Er macht seine Sache richtig gut", gab es ein Lob von Trainer Hans Peter Müller-Angstenberger. Die aktuelle Saison sei für Elsäßer ein Lernjahr. "Wir haben sein Spiel komplett umgestellt", erklärte der Trainer. Vor allem technisch habe Elsäßer große Fortschritte gemacht. Auch im mentalen Bereich seien diese zu beobachten.

Doch die Personalie Elsäßer ist Teil des Trainergrundsatzes. Denn die Rotation gehört bei Müller-Angstenberger zum Selbstverständnis. "Der Gegner weiß nie, wie der TV Rottenburg spielen wird", schmunzelte er. Dabei macht er selbst vor seinem vermeintlich besten Mann nicht halt: Topscorer Tom Strohbach. "Ich hatte meine Mannschaft schon auf Strohbach eingestellt", musste auch Netzhoppers-Trainer Mirko Culic zugeben. Sechs Mal wurde Strohbach in dieser Saison bereits zum wertvollsten TVR-Spieler gewählt. Diesen Spieler zu schonen ist definitiv ein Luxus.

Denn Strohbach spielte nur am Ende des ersten Satzes ganz kurz, machte ein Ass und einen Aufschlagfehler - und verbrachte den Rest der Zeit mit Sit-ups in der Aufwärmzone. Er habe ein bisschen Probleme mit der Schulter, erklärte Strohbach später. "Aber wenn sie mich gebraucht hätten, hätte ich auch spielen können." Doch das Team brauchte ihn nicht.

Auch, weil Diego Ferreira nach seiner Knie-Operation immer besser in Form kommt. "Für ihn freut es mich unglaublich", sagte Müller-Angstenberger. Zuletzt hatte der Trainer Dirk Mehlberg geschont, der am Samstag ebenfalls stark aufspielte. "Es ist wichtig, dass wir niemanden verheizen", sagte Mehlberg, der auch dank der Weihnachtspause davon sprach, im Training zuletzt wieder mehr Energie verspürt zu haben. "Wir haben es schon mehrmals bewiesen, dass jeder Spieler diesem Team helfen kann", ergänzte Strohbach. Und auch Elsäßer meinte, dass es einfach Spaß mache, ein Teil dieser Truppe zu sein.

"Sie trainieren zur Zeit saugut", erklärte Müller-Angstenberger nach der Partie. Der Trainer kann so immer wieder Spieler schonen, um die Kräfte für das große Ziel zu bündeln: "Ich habe immer gesagt, dass wir im Februar, März unser bestes Spiel zeigen wollen."

Philipp Jankowski droht noch länger auszufallen

Seine Sprunggelenksverletzung hat Philipp Jankowski immer noch nicht auskuriert. "Wir können nicht genau sagen, wie lange er noch fehlen wird", sagte TVR-Trainer Hans Peter Müller-Angstenberger. Möglicherweise den kompletten Januar. Gegen KW-Bestensee rückte deshalb bereits Zuspieler Marc Zimmermann aus dem Rottenburger Drittliga-Team in den Kader auf. Doch seine Dienste waren nicht vonnöten. Weil Federico Cipollone einmal mehr überzeugte und von KW-Trainer Mirko Culic zum wertvollsten Spieler gewählt wurde. Die Ehrung hatte Rottenburgs anwesender Ex-Manager Jörg Papenheim vorgenommen. "Für ihn ist das auch Druck", sagte Müller-Angstenberger über Cipollone, "er weiß, dass ihm eigentlich nichts passieren darf." Doch man merke nicht, dass er vorsichtiger an die Sache herangehe.

Alles für den Klub

Auch 689 Kilometer hielten Jörg Zürcher und drei Mitfahrer von Fanklub "VFC Netzinos" nicht davon zurück, ihr Team aus Königs Wursterhausen in der Paul- Horn-Arena zu unterstützen. "Ich versuche bei jedem Spiel dabei zu sein", sagte er. Fan-Gesänge stimmten sie zwar nicht an, dafür gab es in der Zehn-Minuten-Pause einen Plausch mit Statistiker Immo Prusak. Man kennt sich. Wie auch Zürcher nun die Stadt Tübingen. Aus dem Spiel hatten die Netzinos einen Wochenendtrip gemacht. "Die Altstadt hier ist schon wunderschön", sagte Zürcher. Nur ob des Spiels herrschte Entsetzen. "Wir hätten den ersten Satz gewinnen müssen", sagte Zürcher nach dem zweiten Satz und wusste da schon: "Jetzt ist es gelaufen."

Blutspender gesucht

Am Rande seines nächsten Heimspieles gegen den VSC Coburg/Grub (21. Januar) sucht der TVR in Kooperation mit der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS) potenzielle Stammzellenspender im Kampf gegen Blutkrebs. Vor und nach dem Spiel findet die Typisierungsaktion in der Paul-Horn-Arena statt. Laut DKMS findet noch immer jeder fünfte betroffene Patient in Deutschland keinen passenden Spender.


Bildergalerie zu diesem Bericht




Veranstaltung(en) zu diesem Bericht

03.01.2015 : 19:30 Uhr

Volleyball Bundesliga (Herren): TV Rottenburg - NETZHOPPERS KW-Bestensee



Weiterführende Links



VBL Logo KSK Tübingen Volleyballdirekt