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TAGBLATT: "Wie Tag und Nacht"


Volleyball: Nach 2:0-Führung kassiert Bundesligist TV Rottenburg den Ausgleich - und siegt im Tie-Break

2:0 geführt. Dann noch den Ausgleich kassiert. Und im Tie-Break noch mit 16:14 gewonnen - die 1700 Zuschauer gestern Abend haben sich beim 3:2 (25:18, 25:21, 22:25, 23:25, 16:14) des Bundesligisten TV Rottenburg gegen die VSG Coburg/Grub zumindest nicht gelangweilt.

Tübingen. Mehr erleichtert als euphorisch liefen Rottenburgs Spieler, Trainer und Betreuer aufeinander zu, nachdem der Ball von Felix Isaaks Hand irgendwie auf dem gegnerischen Feld gelandet war. Zum letzten Mal an diesem Abend nach fast zweieinhalb Stunden Volleyball. Nach einem Spiel, das TVR-Trainer Hans Peter Müller-Angstenberger mit dem Verlauf der Sonne verglich: "Das war wie Tag und Nacht."

Der Tag, das Helle, das Lichte, das war für ihn die ersten beiden Sätze. Diese gewann der TV Rottenburg souverän mit 2:0. Coburg machte da sehr viele Fehler ohne ihre verletzt fehlenden Stützen Itamar Stein und Benjamin Kucera. Besonders der 21-jährige Jugend-Nationalspieler und Mittelblocker Noah Baxpöhler wirkte sehr verunsichert, sprang manchmal zu früh und spielte überhastet.

Der zweite Satz war etwas ausgeglichener als der erste. Was beiden Teams aber zu schaffen machte: die Aufschläge. Schlug ein Rottenburger diesen ins Netz, brauchte es meist nicht lange, bis es ihm ein VSG-Spieler nachmachte. So leistete sich TVR-Topscorer Tom Strohbach insgesamt sechs Aufschlagsfehler. Sein Teamkollege Sven Metzger hätte ihm diesen Topwert fast noch streitig gemacht mit fünf Fehl-Angaben. Nach dem 17:17 im zweiten Satz nahm TVR-Trainer Hans Peter Müller-Angstenberger eine Auszeit. Die wirkte: Strohbach punktete zum 18:17, danach kam die VSG Coburg/Grub nie mehr ernsthaft ran. Beim 21:24 schlug Moritz Kartlitzek einen Coburger Aufschlag mal wieder neben das Feld, der TV Rottenburg freute sich.

Was danach passierte, erläuterte TVR-Mittelblocker Lars Wilmsen vereinfacht: "Die machen weniger Fehler und wir mehr." Bis zum 11:7 sah's noch danach aus, als ob die 1700 Zuschauer recht zeitig nach Hause gehen könnten. Dann schlug Wilmsen seinen Aufschlag ins Aus. Über 10:11 und 12:13 glich die VSG zum 14:14 aus. Und Baxpöhler schlug sogar ein Ass. Dem TVR gelang kaum noch was. Nach dem 19:24 kämpfte er sich zwar auf 22:24 heran, doch der Ex-TVR-Spieler Maximilian Meuter punktete zum VSG-Satzsieg.

Psychisch schien dieser den Rottenburgern arg zu schaffen: Friederich Nagel scheiterte beim Angriff zwei Mal hintereinander an Baxpöhler zum 12:13. Müller-Angstenberger gab dem draußen stehenden Wilmsen schon das Schild, um ihn für Nagel einzutauschen. Dann punktete Mehlberg. Nach dem 13:14 musste Nagel raus. Als kurz danach Strohbach ein gutes Zuspiel ins Aus schmetterte und entnervt mit den Händen auf den Boden schlug, bat Müller-Angstenberger um Auszeit. Es wurde nicht besser. Vereinzelte Pfiffe kamen gar aus dem "Tollhaus"-Publikum, als Strohbach beim 15:18 der Ball beim Angriffsversuch aus den Fingern glitt und ins Netz plumpste. Rottenburg schlug aber wieder zurück, wehrte zwei Satzbälle ab. Als der später von Müller-Angstenberger zum besten VSG-Spieler gewählte Vuk Karanovic aber den Ball ins freie Feld lobte, war der TVR-Coach fast schon entsetzt und saß konsterniert auf dem Stuhl. "Ich war mir nicht sicher, dass wir das noch gewinnen", sagte er später.

Vor allem Lars Wilmsen trumpfte im Tie-Break auf. Über die Mitte punktete er drei Mal in Serie zum 4:2. Und auf der Tribüne hielten zwei seiner Geographie-Komilitonen stolz ihr "Larsi Boy"-Plakat hoch. 8:5 führte der TVR. Und musste beim 12:12 doch wieder den Ausgleich hinnehmen. 13:12, 13:13, 14:13 - Matchball. 14:14. Diego Ferreira Guardiano punktet zum 15:14. Wieder Matchball. Diesmal der letzte. "Ich finde", sagte Lars Wilmsen, "man darf den Sieg nicht schmälern und kann stolz sein auf das, was die Mannschaft heute geleistet hat."

Drei Zuspieler, 30 Turn-Talente

Gleich drei Zuspieler hatte der TV Rottenburg diesmal dabei: Nach seiner Sprunggelenkverletzung war Kapitän Philipp Jankowski erstmals w iede r im Kader. Zum Einsatz kam er aber noch nicht. Vorsorglich wa r Marc Zimmermann dabei von der zweiten Mannschaft, der aber auch nicht spielte. Stattdessen spielte Federico Cipollone das komplette Match durch. In der Zehn-Minuten-Pause schauten sie noch alle dem Treiben auf dem Feld zu: 30 Schüler des Reutlinger Albert-Einstein-Gymnasiums traten da auf zur Turneinheit. Und schlugen auf den Matten und Trampolin Radwenden, zeigten Handstandüberschläge und Salti. Nur den Jubel und Applaus der begeisterten Zuschauer konnten sie kaum genießen, da sie ruckzuck wieder alle Geräte abräumen mussten, damit das Spiel fortgesetzt werden konnte.


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21.01.2015 : 19:30 Uhr

Volleyball Bundesliga (Herren): TV Rottenburg - VSG Coburg/Grub



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