Homepage präsentiert von Tagblatt

News 1. Bundesliga Herren 1

0 Kommentare

TAGBLATT: Der Friedenskaffee von Bretten


Volleyball: Bundesland-Bundesliga-Derby: Rottenburg gegen Bühl
Manche Menschen sagen, das Einzige, was Baden mit Württemberg verbindet, sei der Bindestrich. Auch die Bundesliga-Kontrahenten TV Bühl und TV Rottenburg pflegen eine badisch-württembergische Rivalität. Damit's diesmal (Samstag, 18 Uhr, in Tübingen) nicht ganz so hoch her geht, hatten sich im Januar bereits die beiden Trainer miteinander ausgesprochen.

Tobias Zug

Bühl/Rottenburg. Am Dreikönigstag war's, in Bretten, einem 28000-Einwohner-Städtchen im Kraichgau. Der TV Rottenburg und TV Bühl spielten dort ein Testspiel gegeneinander. Dies nutzten die Trainer der beiden Teams, um sich in einem Restaurant bei einem Kaffee mal auszusprechen. "Gottseidank" sagt Bühls Teammanager Luciano Lago. Denn immer wieder waren die beiden Coaches in diesen Derbies aneinander geraten. Auf der einen Seite Rottenburgs emotionaler und wild gestikulierender Hans Peter Müller-Angstenberger, auf der anderen Bühls stoisch wirkender Ruben Wolochin, dem die Art des Coachings seines Gegenübers immer suspekt schien. Im Hinrundenspiel hatten die Beiden erneut einen Wortzwist, woraufhin Müller-Angstenberger die gelbe Karte bekam. "Dieses Spiel war", sagt Lago und sucht nach Worten, "ein bisschen anders als erwartet."

Nach dem Friedens-Kaffee-Plausch von Bretten, bei dem Lago dabei war, sei das Verhältnis jetzt besser. "Sie haben festgestellt, dass beide ähnliche Meinungen und Vorstellungen haben", berichtet er, "für uns war das eine positive Erfahrung." Sowieso: "Wir möchten mit keinem Verein eine schlechte Beziehung haben - besonders nicht mit Rottenburg. Denn die sind so nah bei uns." Und mit Nachbarn soll man sich nicht streiten. Etwa 100 Kilometer Straße trennen die beiden Städte.

Ein Tabellenplatz und vier Punkte in der Volleyball-Bundesliga. Nicht viel. Größere Unterschiede gibt's in der Ausrichtung der Teams: "Wir setzen mehr auf internationale Spieler", sagt Luciano Lago. Von den 13 Spielern im Kader kommen acht aus dem Ausland. Alle aus acht unterschiedlichen Ländern. Magloire Mayaula Nzeza sogar aus der Demokratischen Republik Kongo - der erste aus dem zentralafrikanischen Staat, der in Europa spielt. "Im Internet, bei der Erstellung seiner Spielberechtigung, war es gar nicht möglich, die Demokratische Republik Kongo anzuklicken", sagt Lago, "da musste ich erst beim Ligaverband anrufen, damit der diese einfügte."

Dank eines "ganz guten Beobachtungssystems", wie Lago sagt, sichten und finden die Bühler Spieler aus vielen Ländern. Wolochin, sein Co-Trainer Santiago Garcia Domenech und Lago sind Argentinier. Zwar haben beide in derselben Universität in Argentinien gespielt, kennengelernt und zusammengekommen seien sie aber erst in Deutschland, in Bühl. Zufall? "Ja", sagt Lago, "die Volleyballwelt ist aber auch nicht so groß." Vermehrt wolle der TV Bühl jetzt aber auch auf junge deutsche Spieler setzen. Lago verweist dabei auf die beiden U21-Nationalspieler Jens Sandmeier und David Sossenheimer.

Beim TV Rottenburg kommt dagegen gerade mal ein Spieler nicht aus Deutschland (Diego Ferreira Guardiano). Spieler werden meist über gute Kontakte des Trainers verpflichtet. Die sind in Schwerin wohl ganz gut verortet, denn gleich drei aktuelle TVR-Spieler entstammen der dortigen SC-Jugend. Zwei Teams mit zwei Philosophien. Und zwei Trainern, die jetzt handzahm geworden sind? Hoffentlich nicht, sagt Lago, "denn wir verkaufen ja auch Emotionen. Wenn die nicht da sind, ist's auch für die Zuschauer langweilig." Und das bei einem Derby.

Fasnetsmusik, Internetübertragung, Kostümprämierung

Es könnte laut werden in der Tübinger Paul-Horn-Halle. Etwa 60 Bühler Fans werden ihr Team gegen den TV Rottenburg unterstützen. Und weil grad Fasnet ist, der TVR abends seine "Turnerfasnet" feiert, gibt's vor dem Spiel die passende Musik von der Gruppe "LGZ" (Landesgaszentrale). Dazu werden Kostüme prämiert, alle Gäste erhalten eine rote Pappnase und bei Vorlage der Turnerfasnetskarte an der Abendkasse 2 Euro Rabatt. Das Derby ist das Top-Spiel des Spieltages und wird von sportdeutschland.tv mit drei Kameras und Livekommentar übertragen. "Wir wollen uns ganz Deutschland von der besten Seite zeigen und nichts ist schöner als eine volle Halle", sagt TVR-Pressesprecher Philipp Vollmer.


Bildergalerie zu diesem Bericht




Veranstaltung(en) zu diesem Bericht

07.02.2015 : 18:00 Uhr

Volleyball Bundesliga (Herren): TV Rottenburg - TV Ingersoll Bühl



Weiterführende Links



VBL Logo KSK Tübingen Volleyballdirekt