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TAGBLATT: "Erwartungen, die nicht realistisch waren"


Volleyball:Wie der starke Saisonbeginn und die Erwartungshaltung den TV Rottenburg hemmte


Erstmals seit Einführung der Pre-Playoffs zur Saison 2012/13 geht der TV Rottenburg diesen aus dem Weg. Vor dem Viertelfinale gegen Düren erklären Spieler und Trainer eine Saison mit Höhen und Tiefen, die dennoch erfolgreich verlaufen ist.

Tübingen. Sieben Siege feierte der TV Rottenburg zu Saisonbeginn. Noch nie gelang ein solch guter Start in die Bundesliga, sogar die Tabellenführung war zeitweise der Lohn dafür. "Ich glaube schon, dass das bei manchen Spielern Erwartungen geschaffen hat, die nicht mehr realistisch waren", sagt Dirk Mehlberg nach dem Erfolg über den CV Mitteldeutschland. Aus den 13 verbleibenden Saisonspielen sicherten sich die Rottenburger dann nur noch vier Erfolge. Insbesondere in fremden Hallen tat sich der TVR nach seinem Traumstart schwer: "Wir haben fast überall keinen Stich mehr gesehen", findet Mehlberg. Der habe sich sein persönliches Saisonziel auf 28 Punkte gesteckt - 27 sind es geworden.

Sehr selbstkritisch reagierte auch Rottenburgs Trainer Hans Peter Müller-Angstenberger. Wenn das Team die direkte Playoff-Qualifikation nicht geschafft hätte, "muss ich das auf meine Kappe nehmen." Er nennt das Heimspiel gegen die VSG Coburg/Grub Mitte Januar als Knackpunkt. Da führte der TVR mit 2:0-Sätzen und im dritten Satz bereits mit 11:7. Rottenburg rettete den Sieg zwar, musste aber über fünf Sätze gehen. Anschließend verlor Rottenburg viermal. Der Trainer hatte so etwas wie einen Neustart verordnet - ein risikoreiches Unterfangen inmitten einer Saison.

Doch beim TVR machten sich die üblichen Anzeichen einer langen Saison bemerkbar. "Auch im Training sind unsere Leistungen schlechter geworden", erkennt Mehlberg an. Dies habe sich letztlich auch bei den Spielen gezeigt. Mit den Niederlagen kam die Unsicherheit. Und mit der Unsicherheit brach der starke Saisonstart und die gestiegene Erwartungserhalt über den TVR herein. Noch im Dezember hatte Trainer Müller-Angstenberger davon gesprochen, am Saisonende auf Tabellenplatz fünf landen zu wollen. Der ein oder andere träumte nach dem Traumstart sogar von noch mehr. "Aber wir waren einfach noch nicht so weit", sagt der Trainer.

Der hatte auch immer wieder betont, dass seine Mannschaft im Februar, März ihr bestes Volleyball spielen müsse. Dieser Zeitpunkt ist jetzt gekommen. Im Viertelfinale um die Deutsche Meisterschaft erwartet der TVR nun den Tabellendritten aus Düren. Eine Mannschaft, die in der Paul-Horn-Arena zwar mit 3:2 geschlagen wurde, sich dafür aber revanchierte: "Sie haben uns in Düren den Hintern versohlt", sagt Mehlberg. Er gehe nicht mit der Einstellung in die Duelle, dass da vielleicht was gehen könne: "Dann würden wir uns ja wieder Druck machen."

Was nun folge, sei die Kür, sagt auch TVR-Coach Müller-Angstenberger. Der glaubt an die Chance seines Teams - auch gegen Düren: "Wenn wir unser Heimspiel gewinnen, dann ist alles möglich." Er gibt sich angriffslustig, vor allem in einem entscheidenden dritten Spiel könne alles passieren. Der Druck ist nun jedenfalls verflogen. "Mit einer Niederlage am Samstag hätten wir die ganze Saison ins Negative ziehen können", findet der Trainer. Doch der TVR hat das verhindert. Und eine Hauptrunde gespielt, die unter dem Strich ein Erfolg war. Letztmals gelangen dem TVR in der Saison 2009/10 elf Siege in der Hauptrunde.

moritz hagemann

Der TVR-Fahrplan: Tests gegen Bühl, Playoffs gegen Düren

Der Tabellendritte empfängt den Sechsten - oder: Powervolleys Düren gegen TV Rottenburg. Erstmals seit dem Bundesliga-Aufstieg 2008 trifft der TVR im Playoff-Viertelfinale damit nicht auf Berlin, Friedrichshafen oder Unterhaching. Spiel eins in Düren findet am 14. März statt, das einzige Spiel in der Tübinger Paul-Horn-Arena steigt dabei am 21. März (19.30 Uhr). Ein mögliches drittes Spiel wäre dann am 25. März in Düren. Weil die Teams von Tabellenplatz sieben bis zehn in den Pre-Playoffs zunächst noch zwei Viertelfinal-Teilnehmer ermitteln müssen, hat der TVR also noch gut drei Wochen Pause. In dieser Ze it sind zwei Testspiele beim badischen Rivalen TV Bühl geplant. "Mit denen haben wir in den Playoffs ja nichts zu", sagt TVR-Coach Hans Peter Müller-Angstenberger - und grinst schelmisch. Auf den Tabellenvierten TV Bühl könnte Rottenburg nämlich erst wieder in einem möglichen Playoff-Finale treffen.

 


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21.02.2015 : 19:30 Uhr

Volleyball Bundesliga (Herren): TV Rottenburg - CV Mitteldeutschland



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