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TAGBLATT: "Das ist schon übel"


Volleyball: Verletzungsmisere, Niederlagenserie - Rottenburgs Bundesligaspieler Felix Isaak im Interview
Drei Jahre spielte Felix Isaak in Düren. Dort spielt der Mittelblocker mit dem Bundesligisten TV Rottenburg am Samstag (19.30 Uhr) nach zuletzt vier Niederlagen in Serie. Im TAGBLATT spricht Isaak auch über Sport in Zeiten des Terrors und seinen Trainerjob bei den A-Klasse-Volleyballerinnen in Pfrondorf.

TAGBLATT: Herr Isaak, nach den Terroranschlägen in Paris und der Trauerstimmung allerorten: Wie verliefen da die Trainingseinheiten diese Woche?

Felix Isaak (26): Es war schon eine bedrückte Stimmung. Die ersten Meldungen über das abgesagte Fußball-Länderspiel in Hannover gingen rein, als unser Training gerade los ging. Da wollten natürlich auch alle wissen, was die aktuelle Lage ist. Gleichzeitig habe ich eine Aussage im Radio gehört, dass unsere westliche Kultur gerade das ausmacht, machen zu können, was uns Spaß macht. Wie unseren Sport. Und gerade jetzt da weiter machen sollen, uns nicht bedrücken lassen sollen. Das will ich auch so stehen lassen.

TAGBLATT: Sind Sie in diesen Tagen froh, dass Volleyball nicht so im Mittelpunkt steht wie Fußball?

Isaak: Schwierig zu sagen. Ich weiß es nicht. Man kann den Gedanken auch weiter führen, dass im Volleyball was passieren könnte, wo 2000 Menschen zusammen kommen wie in der Konzerthalle in Paris. Aber gleichzeitig sollte man sich jetzt auch nicht verrückt machen lassen!

TAGBLATT: Zurück zu Ihrer Mannschaft: In Dirk Mehlberg, Moritz Karlitzek und Tom Strohbach fielen und fallen alle drei Außenangreifer in dieser jungen Saison schon krank oder verletzt aus oder waren angeschlagen wie Zuspieler Philipp Jankowski. Haben Sie solch eine Ausfallwelle schon erlebt?

Isaak: Nein, nicht wirklich. Vor allem nicht, dass es auf einer Position so heftig trifft. Das ist wirklich großes Pech. Letztes Jahr hatte ich noch bei einer Studie an der Uni ausgesagt, dass es im Volleyball eigentlich fast gar keine Verletzungen gibt, zumindest keine chronische. Und jetzt trifft es uns so heftig - das ist schon übel!

TAGBLATT: Ist das der Grund für die vergangenen Niederlagen?

Isaak: Ich glaube, das hatte einen großen Einfluss. Wir hatten in allen Spielen auch die Chance, zu gewinnen. Wir haben viele gute Sätze gespielt. Gleichzeitig schmälerte das auch unsere Siegchancen, wenn man mit einem Zweier-Annahme-Riegel spielen muss und dann nicht wechseln kann. Andere Mannschaften konnten immer neue Impulse reinbringen - wir nicht. Dann gibt es auch eine Kettenreaktion, wenn man mal ein paar Spiele verloren hat. Da schwindet dann das Selbstvertrauen.

TAGBLATT: Sie selbst sind ja auch Trainer; seit zwei Jahren bei den Volleyballerinnen des SV Pfrondorf. Wie kam es dazu?

Isaak: Meine Freundin hat da angefangen, Volleyball zu spielen. Und die hatten noch einen zweiten Trainer gesucht. Ich habe es dann übernommen, und es hatte mir gleich Spaß gemacht. Und in der letzten Saison konnte ich auch gleich den ersten Aufstieg meiner Karriere feiern. Als Spieler bin ich, glaube ich, nie irgendwo aufgestiegen.

TAGBLATT: Wie geht das zeitlich?

Isaak: Ja, es ist schon manchmal anstrengend. Aber wie gesagt; es macht Spaß. Zum anderen ist es auch gut für mich, da ich auf Lehramt studiere. Da ist es wichtig, vor Gruppen zu stehen und Sportstunden zu leiten.

TAGBLATT: Wie viel von Ihrem Bundesligatrainer Hans Peter Müller-Angstenberger steckt im Trainer Felix Isaak?

Isaak: Schon bisschen was. Es ist vielleicht so eine Mischung aus meinem früheren Internatstrainer und Hans Peter, was den Trainingsaufbau und die Übungen betrifft. Es ist ja schon ein gutes Training, was ich bei ihm genießen kann.

TAGBLATT: Aber als Typ sind Sie schon weitaus ruhiger.

Auf jeden Fall. Aber mir wurde von Seiten der Spielerinnen attestiert, dass ich beim Spiel doch deutlich präsenter am Spielfeldrand bin als man das vo n mir gewohnt ist.

Interview: Tobias Zug

 

Der TVR-Gegner

Der Verein

Die Powervolleys sind das sportliche Aushängeschild der Stadt Düren. Schon seit 1965 besteht die Volleyball-Abteilung im Dürener TV. 1980 stieg der Klub erstmals in die Bundesliga auf. Seit 1996 spielen sie ununterbrochen in der ersten Liga, spielten auch schon in der Champions League.

Die Spieler

Düren hat einige namhafte Spieler im Kader wie Sebastian Gevert, Marvin Prolingheuer, Blair Bann, Bas van Bemmelen und die Ex-Rottenburger Jaromir Zachrich und Matthias Pompe. Aus sechs Nationen kommen die 13 Spieler, darunter in Zuspieler Yu Shibo auch ein ehemaliger chinesischer Nationalspieler.

Die Form

Die Dürener sind nach drei Siegen aus fünf Spielen derzeit Dritter. Im CEV-Pokal, dem zweithöchsten Europapokal-Wettbewerb, haben die Dürener souverän die nächste Runde erreicht: Nach vier Jahren Europapokal-Abstinenz besiegten sie mit jeweils 3:0 das französische Spitzenteam Asul Lyon.

Der Trainer

Erst 27 Jahre jung ist Anton Brams, der seit dieser Saison Cheftrainer der Dürener und Nachfolger des langjährigen Trainers Michael Mücke ist. Brams' Vita ist bemerkenswert: Die Dürener Verantwortlichen sind nach einem Artikel über ihn im "Volleyball-Magazin" vom August 2014 auf Brams aufmerksam wurden. Früh musste Brams seine aktive Karriere wegen eines Hüftschadens beenden, da hieß er noch Anton Willert. Mittlerweile hat er geheiratet. Seit 2013 ist er bereits im Trainerstab der US-Nationalmannschaft, die 2014 die Weltliga gewann.


Veranstaltung(en) zu diesem Bericht

21.11.2015 : 19:30 Uhr

Auswärtsspiel bei den Powervolleys in Düren

SWD Powervolleys Düren - TV Rottenburg

Auswärtsspiel bei den Powervolleys in Düren



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