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TAGBLATT: "Es kommt, wie es kommt"


Volleyball: Bundesliga-Außenangreifer Dirk Mehlberg über seine Verletzung und die Rottenburger Misere


Seit Saisonbeginn plagt Außenangreifer Dirk Mehlberg eine Ellbogenverletzung. Mit ein Grund für die Misere des Bundesligisten TV Rottenburg, der seit elf Spielen auf einen Sieg wartet und Vorletzter ist. Vor dem Heimspiel heute (19.30 Uhr) gegen den TV Bühl spricht der 31-Jährige über seine Verletzung, die "tendenziell ruhigere Mannschaft" und warum er nicht an ein Karriere-Ende denkt.

TAGBLATT: Herr Mehlberg, wie geht es Ihnen mit Ihrer längeren Verletzung?

Dirk Mehlberg (31): Das ist eine ganz normale Verletzung, die sich halt einfach zieht. Eine hartnäckige Entzündung im Ellbogen. Da kann man schwer was abschätzen. Aber ich selbst bin fit. Das ist nichts Abnormales.

TAGBLATT: An ein Karriere-Ende nach der Saison denken Sie also nicht?

Mehlberg: Nein. Grundsätzlich muss man halt erstmal gucken, wann ich mal wirklich Pause bekomme. Ich hatte bisher noch keinen Monat komplette Ruhe. Deshalb ist es schwierig, aktuell über diese Verletzung zu urteilen.

TAGBLATT: Dazu sind Sie seit der vergangenen Saison auch berufstätig. Macht das den Regenerationsprozess noch schwieriger, weil Sie die Trainingsarbeit oder Physio-Termine mit dem Job vereinbaren müssen?

Mehlberg: Das geht schon. Ich habe da meinen Rhythmus. Es ist nicht anders als damals, als ich studiert habe.

TAGBLATT: Beiratsvorsitzender Hermann Sambeth bezeichnet Sie als "eine der wichtigsten Identifikationsfiguren des Rottenburger Volleyballs". Wegen Ihrer Verletzung können Sie dem Team aber nicht so helfen wie im Topzustand. Schmerzt das?

Mehlberg: Ja klar. Man kommt sich ja selbst etwas doof vor, wenn man im Training nur Halbgas geben kann und nicht richtig eingreifen.

TAGBLATT: Sie sind ein Wortführer im Team, der seine Meinung offen äußert und manchmal auch aneckt. Sind Sie derzeit aber eher zurückhaltender oder nehmen Sie Ihre Rolle trotzdem wahr?

Mehlberg: Na ja, ich muss mich jetzt schon ein bisschen zurücknehmen. Wenn ich nicht mit Leistung und Eigeninitiative vorangehen und pushen kann, dann kann ich auch schlecht Sachen einfordern. Da muss man dann eher auf sich gucken. Es ist schwierig, vielleicht auch mal zu provozieren, wenn man selber nicht zeigen kann, wie's geht.

TAGBLATT: Seit elf Spielen hat der TV Rottenburg nicht gewonnen. Was sind die Gründe?

Mehlberg: Die Liga ist einfach deutlich stärker als die letzten Jahre. Die anderen Teams haben alle Topleute. Gegen die hat man in den vergangenen Jahren vielleicht mal gewinnen können. Und aufgrund der Sicherheit, die man dann hatte, hat man auch mal gegen gute gewonnen, weil man nicht so unter Druck stand. Dieses Jahr ist es halt irgendwie anders: Da gibt es keine Mannschaft, gegen die man einfach mal dank der eigenen Erfahrung gewinnen kann. Bis jetzt hatte ich das Gefühl, dass die anderen Mannschaften alle erfahrener sind. Und jetzt ist natürlich auch die Unsicherheit da.

TAGBLATT: Das TVR-Team wirkt auch sehr brav. Wenn es nicht läuft, findet sich kein Spieler, der die Initiative ergreift und die Teamkollegen mitreißt wie Sie. Oder täuscht der Eindruck?

Mehlberg: Es ist halt tendenziell eine eher ruhigere Mannschaft, das ist aber nicht so schlimm. Wenn es nicht läuft, fällt dies natürlich noch mehr auf.

TAGBLATT: Was stimmt Sie dennoch optimistisch, dass das Team die Wende schafft?

Mehlberg: Ich denke nicht doll darüber nach. Es kommt, wie es kommt. Wenn man zu viel darüber nachdenkt, dann wird man noch hektischer und nervöser. Man muss einfach trainieren und auch nach dem Training den Kopf mal abschalten. Auch andere Sachen hervorheben, einfach um dann wieder einen klaren Kopf für das nächste Spiel zu haben. Wenn man immer nur damit beschäftigt ist, dann rückt das Volleyball zu sehr in den Vordergrund. Dann wird man, glaube ich, noch verkrampfter.

TAGBLATT: Wie lenken Sie sich ab?

Mehlberg: Na ja, ich habe genug Ablenkung durch meinen Job. Da komme ich gar nicht so viel dazu, über Volleyball nachzudenken oder zu reden. Ich versuche auch, mit meinen Freunden nicht über Volleyball zu reden. Falls die das doch wollen, sage ich manchmal auch: ,Hört zu, da habe ich jetzt keinen Bock drauf!' Dann wird halt über was anderes geredet. Es gibt noch andere schöne Sachen.

Interview: Tobias Zug



Fasnetskapelle zum Derby / TVR-Trainer: "Team brennt"

Nach über einem Monat hat Bundesligist TV Rottenburg heute (19.30 Uhr) wieder ein Heimspiel - das Baden-Württemberg-Derby gegen den TV Bühl. Die Bühler stehen im DVV-Pokalfinale (28. Februar in Mannheim), hatten auf dem Weg dahin auch den TVR im Viertelfinale besiegt. Trotz elf Niederlagen in Serie äußert sich Rottenburgs Trainer Hans Peter Müller-Angstenberger optimistisch: "Wir haben in der Vorbereitung und beim Ligaspiel in Bühl gezeigt, dass wir mithalten können und Bühl auch schlagbar ist." Und: "Nach so langer Zeit ohne Heimspiel brennt das Team auf einen Erfolg, und wir sind sicher, dass auch viele Fans den Weg in die Halle finden werden, um uns endlich mal wieder zu einem Derby-Sieg zu pushen." Die Rottenburger haben zur Fasnetszeit wieder die Kapelle "LGZ" (Landesgaszentrale) eingeladen, die währen des Spiels und in der Zehn-Minuten-Pause für Stimmung sorgen soll. Die Band soll auch einen Vorgeschmack auf die Fasnetsveranstaltung des TVR am Samstag (30. Januar) geben, der "Turnerfasnet". An der Abendkasse verkauft der TVR hierfür auch Tickets zum Preis von 8 statt 9 Euro.


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Veranstaltung(en) zu diesem Bericht

27.01.2016 : 19:30 Uhr

Baden Württemberg Derby in der Paul-Horn-Arena

TV Rottenburg - TV Ingersoll Bühl

Baden Württemberg Derby in der Paul-Horn-Arena



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