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TAGBLATT: TV Rottenburg kann auch über Umwege erstklassig bleiben


Volleyball: Nur vier Zweitligisten erfüllen die Grundvoraussetzung, aufzusteigen / Die Bundesliga könnte wieder einen freien Platz haben


Sechs Spiele bleiben dem Tabellenletzten TV Rottenburg, um den sportlichen Absturz aus der Bundesliga zu verhindern. Im Falle des Abstiegs könnten die Rottenburger aber dennoch in der Liga bleiben - denn der Kreis der potenziellen Erstliga-Aufstiegskandidaten ist klein.

Rottenburg. Aktuell ist der TV Rottenburg Letzter und wäre sportlich abgestiegen. Doch die Vergangenheit zeigt: Nicht immer mussten sportliche Absteiger auch den Gang in die Zweitklassigkeit antreten. Denn sie müssen ja auch quantitativ ersetzt werden. Zweitligisten können aber nur aufsteigen, wenn sie am Vorlizenzierungsverfahren teilnehmen. Die Frist für dieses Verfahren ist bereits abgelaufen. Nur vier Teams haben diese Grundvoraussetzung für einen Aufstieg erfüllt: der VC Bitterfeld-Wolfen und die TSG Solingen im Norden, der SV Fellbach und die Volleys Eltmann im Süden. Aber: "Selbst wer an diesem Verfahren teilnimmt, muss letztlich nicht aufsteigen", sagt Klaus-Peter Jung, Geschäftsführer der Volleyball-Bundesliga (VBL).

Der VC Bitterfeld-Wolfen führt momentan die Nord-Staffel an. "Wir versuchen, auf den Aufstieg hinzuarbeiten", sagt VC-Geschäftsführer Christoph Richter. Es sei aber noch keine definitive Entscheidung gefallen, ob der Klub schon dieses Jahr die Bundesliga stemmen könne. Da der Vorsprung von Bitterfeld-Wolfen und Solingen zum Rest der Liga schon groß ist, wird ein Klub als Meister das Aufstiegsrecht lösen. Und im Falle des Verzichtes das andere der beiden Teams dann nachrücken. Aber will Solingen? "Jeder ist gewillt, den nächsten Schritt zu gehen", sagt TSG-Manager Helmut Weissenbach. "Aber ob wir die Bundesliga finanziell schon stemmen können, ist noch offen", sagt er. Solingen, so ist zu vernehmen, sei der wahrscheinlichste Aufstiegs-Anwärter.

Im Süden führt der SV Fellbach die zweite Liga an - der nimmt zwar am Vorlizenzierungsverfahren teil, "aber der Aufstieg ist dieses Jahr noch kein Thema", sagt Udo Wente, der SVF-Geschäftsführer auf TAGBLATT-Nachfrage. Das Ziel in Fellbach sei der Aufstieg 2017; dafür werden momentan die Grundlagen geschaffen. Eltmann dagegen prüft die Möglichkeiten, aufzusteigen, hätte aber als aktuell Vierter keine sportliche Qualifikation - nur die ersten Drei der beiden Zweiten Ligen sind aufstiegsberechtigt. Er halte es aber für "relativ unwahrscheinlich", sagt Eltmanns Sportvorsitzender Rolf Werner, dass der Aufstieg wirklich funktioniert. Weil Werner ein Projekt mit Zukunftsaussicht etablieren will: "Ich würde niemals mit einem Etat von unter einer halben Million Euro aufsteigen wollen."

Gut möglich also, dass aus der zweiten Liga Süd gar kein Team hoch will. Eltmann, so Werner, mache am Vorlizenzierungsverfahren auch deshalb mit, "um die künftigen Anforderungen zu prüfen." Erst 2009 musste Eltmann seine Erstliga-Lizenz noch verkaufen.

Momentan spielt die Bundesliga mit elf Teams, die Normzahl liegt bei zwölf. Heißt: Steigt nur ein Zweitligist auf, wäre ein Platz frei. "Dafür können sich alle Mannschaften bewerben, wenn sie am Vorlizenzierungsverfahren teilgenommen und die sportliche Qualifikation verpasst haben", sagt Jung.

Also, im Falle eines Abstiegs, auch der TV Rottenburg. Und der hätte dann aufgrund der Rahmenbedingungen und der vorhandenen Strukturen gegen mögliche Mitbewerber aus der zweiten Liga einen Vorteil - wobei es aus dieser wohl keinen Bewerber geben wird. "Die Entscheidung", wer dann erstklassig spielen dürfe, "liegt im Ermessensspielraum des Liga-Vorstandes", sagt Jung.Bild: VBL

Im Zwei-Jahres-Rhythmus spielt die Mannschaft des VC Olympia Berlin in der ersten Bundesliga mit. "Aber sie sind bei Auf- und Abstiegsregelungen ungeachtet", erklärt Julia Rienhoff, die Managerin der zweiten Liga. Der VCO werde im kommenden Jahr einfach als zusätzliche Mannschaft wieder in der ersten Bundesliga mitspielen. Der VCO ist der Klub von Rottenburgs Ex-Manager Jörg Papenheim.

Moritz Hagemann


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