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TAGBLATT: Glaube, Hoffnung, Siege


Volleyball: Der TV Rottenburg und sein Kampf um den Bundesliga-Verbleib

Sechs Spiele hat der TV Rottenburg noch Zeit, den Bundesliga-Klassenverbleib zu schaffen. Die Aussichten haben sich vor dem Spiel heute (20 Uhr) in Herrsching nicht gerade verbessert. Manager Daniel Mey bekundet seinen Glauben an Trainer und Team.

Rottenburg.Auch das noch: Während der TV Rottenburg über die Fasnet pausierte, hopste dem Tabellenletzten die Konkurrenz davon. Der bis dahin punktgleiche Vorletzte CV Mitteldeutschland holte in Coburg drei Punkte, tauschte mit den Netzhoppers KW-Bestensee den Tabellenplatz. "Mit dem haben wir nicht gerechnet", sagt TVR-Manager Daniel Mey, "es zeigt aber auch, dass Mitteldeutschland auf einem aufsteigenden Ast ist." Und Rottenburg auf einem brüchigen.

Doch auch Mey gibt sich als Optimist, dass der TVR in den ausstehenden sechs Hauptrundenspielen den Abstiegsplatz noch verlassen wird. "Auch wenn es sich gebetsmühlenartig anhört: Wir glauben daran!", sagt er, "denn wir haben eine super Mannschaft, die sehr, sehr gut traininiert, da ist keine Resignation zu merken." Fasnet ließen diese auch in der katholischen Hochburg Rottenburg Fasnet sein und trainierten. Mey: "Die Spieler sind ja auch größtenteils sowieso ,Reingeschmeckte', wie man so sagt. Da war die Vorbereitung auf die nächsten Spiele wichtiger."

Beim TSV Herrsching versuchen die Rottenburger zum 14. Mal seit dem ersten Spieltag wieder ein Spiel zu gewinnen. Am Sonntag kommt der Tabellenvierte Düren zum Heimspiel nach Tübingen. "Wenn die Mannschaft in Herrsching gewinnt, kann sie in einen Flow kommen und auch mal einen Großen schlagen", sagt Mey, "da bin ich mir sicher."

Anders als sein charismatischer Vorgänger Jörg Papenheim ist der seit 2014 beim TVR angestellte Daniel Mey ein eher zurückhaltender und weniger eloquenter Manager. Seinen Einfluss auf die Mannschaft übe er mehr durch Einzelgespräche aus, sagt er. "Auf den Tisch hauen macht auch keinen Sinn. Denn es ist ja nicht so, dass die Jungs keine Leistung bringen. Sie gehen mit vollem Elan ran." Ein Trainerwechsel in der sportlichen Krise sei auch kein Thema gewesen: "Hans Peter hinterfragt sich ja selbst immer", sagt Mey, "im Moment sehen wir die Mannschaft mit dem Trainer auf dem richtigen Weg. Deshalb gibt es da keine Überlegungen, etwas zu ändern."

Sollten die Rottenburger tatsächlich bis zum Schluss auf dem letzten Platz verharren, dürfen sie ja immer noch hoffen: Wie das TAGBLATT berichtete, könnte der sportliche Absteiger dennoch in der Bundesliga bleiben. Denn von den vier aufstiegsberechtigten Zweitligisten äußerten drei nicht den unbedingten Wunsch, aufzusteigen. Und die Liga liegt mit elf Teams derzeit sowieso unter der Sollzahl von zwölf.

"Darauf können wir nicht spekulieren", sagt Mey, betont aber auch: "Ganz faktisch hat es seit sechs Jahren keinen sportlichen Absteiger gegeben." Das stimmt so nicht, denn 2012 stieg Bottrop mit nur sechs gewonnen Sätzen ab, ein Jahr zuvor mussten die Titans Bergisches Land runter. Bottrop wurde zwar die Lizenz entzogen, die Titans hatten keine mehr beantragt - aber in beiden Fällen geschah dies erst nach den sportlichen Abstiegen.

Dennoch verließen in den vergangenen Jahren mehr Teams aus finanziellen Gründen die Bundesliga als aus sportlichen. Passend dazu kämpft derzeit der TV Bühl nach dem Rückzug eines Hauptsponsors darum, eine Etatlücke von 150000 Euro zu füllen. Wobei der TVR, wie berichtet, Probleme habe, den von der Liga ausgestellten "Masterplan" zu erfüllen. In den nächsten Wochen werden die Liga und der TVR darüber weitere Gespräche führen. Der Kampf um den Ligaverbleib läuft also auf allen Ebenen.

Beim selbsternannten "geilsten Club der Welt", dem TSV Herrsching, spielt der TV Rottenburg heute (20 Uhr). "Herrsching ist zuhause eine Macht", sagt TVR-Coach Hans Peter Müller-Angstenberger, "wir sind aber gut vorbereitet und werden alles geben." In der Vorsaison gelang dem TVR in Herrsching ein 3:2. "Ja, wir trauen uns einen Sieg gegen Herrsching natürlich zu", sagt Müller-Angstenberger, "aber nach 13 Nied erlagen in Folge brauchen wir über die Favoritenrolle nicht zu sprechen." Moralische und akustische Unterstützung bekommt der TVR vom Beirat: Einige Mitglieder fahren im Privatwagen zum Spiel. "Damit wollen wir auch nochmal ein Zeichen setzen, dass die Unterstützung seitens des Vereins da ist", sagt Manager Daniel Mey.

Tobias Zug


Veranstaltung(en) zu diesem Bericht

11.02.2016 : 20:00 Uhr

Der TVR gastiert beim "Geilsten Club der Welt"

TSV Herrsching - TV Rottenburg

Der TVR gastiert beim "Geilsten Club der Welt"



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