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TAGBLATT: Kein Hoffnungsschimmer


Volleyball: TV Rottenburg auch in Herrsching chancenlos - 14. Pleite in Serie

Der Abstieg rückt näher: Auch beim bisherigen Viertletzten TSV Herrsching war Volleyball-Bundesligist TV Rottenburg gestern Abend ohne Chance. Vor 1000 Zuschauern setzte Trainer Hans Peter Müller-Angstenberger auf keinerlei Rotation. Der TVR unterlag glatt mit 0:3 (15:25, 23:25, 18:25). Und bleibt Letzter.

Herrsching. Hämisch applaudierte Hans Peter Müller-Angstenberger den Schiedsrichtern. Ein Griff in die nicht vorhandene Haarpracht untermauerte die Fassungslosigkeit des TVR-Trainers über die Entscheidung der Unparteiischen. Die hatten die 19:16-Führung Rottenburgs im zweiten Satz schon angezeigt - und dann wieder zurückgenommen. Herrschings Daniel Malescha hatte seinen Angriffsschlag weit ins Aus geschlagen. Und monierte sofort: ein Rottenburger war noch dran. Der Hauptschiedsrichter sah dies nicht, gab dem TVR den Punkt. Aber der Linienrichter auf der Herrschinger Seite intervenierte. "Der Moritz (Karlitzek) war dran", gab Müller-Angstenberger später fair zu. Sagte aber: "Solche knappen Entscheidungen gehen halt immer gegen uns." Statt 19:16 stand es 18:17 - und der Satz kippte. "Diese Sachen brechen uns", sagte der TVR-Coach. Und wie.

Die Schlussphase des zweiten Durchgangs war in der ausverkauften Nikolaushalle hitzig. Die Trainer kommentierten nun jede Entscheidung, Herrschings Patrick Steuerwald sah wegen Reklamierens auch die gelbe Karte. Aber die Bayern, der selbst ernannte "geilste Club der Welt", hatten im Satzfinish die besseren Waffen. Und der TVR machte Fehler. Müller-Angstenberger jubelte schon, der Ball wäre zum 22:23-Anschluss für den TVR ins Aus gesegelt. Moritz Karlitzek berührte ihn reflexartig aber noch - 24:21 für Herrsching, Daniel Malescha nutzte dann den dritten Satzball.

Malescha, seit gestern Abend mit 290 Punkten Topscorer der Bundesliga, machte dem TVR insgesamt Probleme. Er war es schon, der mit einer Aufschlagserie den ersten Satz vorentschied. Aus einem 12:9-Vorsprung hatten Maleschas Aufschläge Herrsching ein 16:9-Polster verschafft. Eines, welches nie wieder in Gefahr geriet. Schon zu Beginn des ersten Satzes hatte der TVR seine Probleme. Auch mit der enorm niedrigen Halle, in der Herrsching nur noch in der kommenden Saison mit einer Sondergenehmigung spielen darf. "Da gehen uns viel mehr Bälle an die Decke als dem Gegner", sagte Müller-Angstenberger. Und tatsächlich: Gleich zwei der ersten vier Punkte des Spiels machte Herrsching so.

Trotz des 0:2-Satzrückstandes peitschen die rund 40 mitgereisten Rottenburger Fans ihr Team auch im dritten Satz nach vorne. Doch auch Herrschings Hallensprecher, der ohne Unterbrechung in sein Mikrofon brüllte, und die TSV-Fans sorgten für eine gute Stimmung. Die, so fand Herrschings Trainer Max Hauser, "macht es in Rottenburgs Situation bei uns natürlich besonders schwer." Und das sah man: Bis zum 13:13 spielte der TVR in Durchgang drei mit. Dann hatte Herrsching auch noch das nötige Glück wie beim Aufschlag, der per Netzroller zum 16:13 ins TVR-Feld kullerte. Dem TVR gelang nichts mehr. Symptomatisch: Eine harmlose Angabe rutschte Tom Strohbach zum 17:23 aus TVR-Sicht durch die Finger. Wenig später nutzte Roy Friedrich den zweiten Matchball für Herrsching.

Rottenburgs Trainer Müller-Angstenberger suchte die Schuld für die 14. Pleite in Serie bei seinem Team: "Wir haben es einfach nicht gut genug hinbekommen." Dabei seien die Herrschinger eigentlich "ein Gegner, der für uns greifbar ist" - eigentlich. Denn im Moment scheint für den TVR in der Bundesliga kein Team schlagbar. "Ich dachte nach der Niederlage gegen Mitteldeutschland sei der Druck weg, dem ist nicht so", musste Müller-Angstenberger feststellen. Dem Rottenburger Trainer fiel es schwer Worte zu finden. Denn es bleiben jetzt nur noch fünf Spiele um den Absturz in die Zweitklassigkeit zu verhindern.

Moritz Hagemann

 

Der Volley-Check

Philipp Jankowski: Der Kapitän spielte seinen Part als Zuspieler solide. Machte sogar einen Blockpunkt.

Friederich Nagel: Zwei Blocks und fehlerfrei bei 15 Aufschlägen. Aber auch mit leichten Fehlern wie im ersten Satz zum 3:7, als er in guter Position nur ins Netz schlug.

Felix Isaak: Beste Angriffsquote aller Rottenburger (60%), aber nur ein Block ist letztlich einfach zu wenig für einen Mittelblocker.

Tom Strohbach: Klar sein schwächster Auftritt im TVR-Trikot - und draußen schmorte mit Dirk Mehlberg der dritte Außenangreifer über drei Sätze. Strohbachs Angriffsquote (22%) ist desolat, außerdem erlaubte er sich sechs Fehler bei acht Aufschlägen. Die Annahmequote ist mit 21 Prozent positiv auch schwach.

Felix Orthmann: Holpriger Start, dann aber verbessert. Über ihn liefen die meisten Rottenburger Angriffe, deshalb beendete er das Spiel auch als TVR-Topscorer (10 Punkte). Aber: Er wurde insgesamt halt auch sechs Mal geblockt.

Moritz Karlitzek: Stark zu Beginn von Satz zwei, auch mit Übersicht wie zum 15:12 in jenem Durchgang. Als bester Rottenburger gewählt, aber er kann es besser. Desolat: neun Prozent positive Annahme.

Johannes Elsäßer: Der junge Libero hatte einige starke Rettungsaktionen, war aber auch oft Ziel der Herrschinger Angriffsschläge. 32 Prozent positive Annahme sind deshalb noch ausbaufähig.

Keine oder zu kurze Einsatzzeit, um ihn die Wertung zu kommen: Dirk Mehlberg, Federico Cipollone, Sven Metzger, Lars Wilmsen, Johannes Schief, Willy Belizer. itz


Veranstaltung(en) zu diesem Bericht

11.02.2016 : 20:00 Uhr

Der TVR gastiert beim "Geilsten Club der Welt"

TSV Herrsching - TV Rottenburg

Der TVR gastiert beim "Geilsten Club der Welt"



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