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GEA: Ein Sieg für die geschundene Seele


TÜBINGEN. Der TV Rottenburg ist wiederauferstanden. Nach der unfassbaren Serie von 14 Niederlagen triumphierte der TVR am Sonntagabend sensationell gegen den Tabellenvierten SWD Powervolleys Düren mit 3:1 (25:21, 25:23, 25:27, 25:20) und kann den Klassenverbleib nun aus eigener Kraft schaffen. Durch den überraschenden Drei-Punkte-Erfolg gaben die Rottenburger die Rote Laterne an Netzhoppers KW-Bestensee ab und stehen mit elf Punkten auf einem Nichtabstiegsplatz. »Dieser Sieg war brutal wichtig für die Seele«, sagte Diagonalangreifer Sven Metzger. Trainer Hans Peter Müller-Angstenberger sagte nach dem knapp zweistündigen Match völlig erschöpft, aber tief bewegt von der hervorragenden Leistung seines Teams: »Ich liebe diese Mannschaft.«

Müller-Angstenberger drückte mit seinen Fingern ein paar Tränen weg – Tränen der Freude und der Erleichterung. Manager Daniel Mey hüpfte an seinem Geburtstag in die Höhe und drückte jeden Spieler einzeln. Und Eventmanager Philipp Vollmer strahlte wie alle Beteiligten an diesem denkwürdigen Abend nach einer Nerven zerfetzenden Phase des Misserfolgs. Der letzte Sieg war dem TVR am ersten Spieltag am 24. Oktober mit 3:1 gegen das neue Schlusslicht Netzhoppers gelungen.

Karlitzek glänzt mit 32 Punkten


Besonders gefeiert von den 1 900 restlos begeisterten Fans in der Tübinger Paul-Horn-Arena, die das junge Team um 19.15 Uhr minutenlang frenetisch bejubelten, wurde Moritz Karlitzek. Den erst 19-Jährigen Außenangreifer bekamen die Dürener nie in den Griff und der Youngster erzielte sage und schreibe 32 Punkte – eine fulminante Quote. »Diesmal hat alles an einem Stück geklappt«, meinte Karlitzek bescheiden, nachdem der TVR vier Sätze lang auf gleich hohem Niveau gespielt hatte.

Die Hausherren wussten vor Spielbeginn, dass sie erstmals seit vielen Wochen mit einer gewissen Leichtigkeit in die Partie gehen können. Der Druck war nach den Enttäuschungen in den Sechs-Punkte-Spielen gewichen, der TVR hatte nichts mehr zu verlieren. Kaum jemand hätte sein Hemd auf einen Heimsieg gegen das haushoch favorisierte Düren gewettet. »Sie haben das trotz der prekären Situation sehr locker gespielt«, meinte der ehemalige Rottenburger Kapitän Matthias Pompe nach dem mutigen Auftreten seines Ex-Clubs. Die Dürener jedenfalls hatten nicht mit diesem begeisternden Auftritt gerechnet. Nach dem dritten Satz wurde das für 19 Uhr bei einem Catering-Service bestellte Abendessen auf unbestimmte Zeit verschoben.

Schon im ersten Satz zeigten die Gastgeber eindrücklich, was in ihnen steckt. Außenangreifer Dirk Mehlberg stand erstmals in dieser Saison in der Anfangsformation und spielte seine ganze Routine aus. Die Rottenburger Annahme funktionierte prächtig und am Netz stand ein ebenso hoch motivierter Mittelblocker Friederich Nagel, dem insgesamt stattliche zwölf Punkte gelangen. Nachdem vom TVR auch der zweite Satz gewonnen wurde und damit bereits ein Punkt ergattert war, hatte das Team im dritten Durchgang Matchball. Doch Düren schaffte die Wende.

Die Sorgenfalten bei den Einheimischen wurden wieder größer, weil der TVR nach gutem Beginn schon oft eingebrochen war. Doch nicht an diesem Abend. Die Mannschaft spielte sich im vierten Satz in einen Rausch – und nach einem Ass von Mehlberg zum erlösenden 25:20 war der Jubel in der Mannschaft und im Publikum grenzenlos. »Wir werden das jetzt genießen, aber wir werden nicht ausruhen«, sagte TVR-Kapitän Philipp Jankowski. Wohl war: Denn der Abstiegskampf ist noch nicht entschieden. Aber ein bärenstarker Anfang ist gemacht. (GEA)

Michael Grimm


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14.02.2016 : 17:00 Uhr

Heimspiel gegen die Powervolleys

TV Rottenburg - SWD Powervolleys Düren

Heimspiel gegen die Powervolleys



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