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TAGBLATT: Die Lehrer schauen zu


Volleyball: Felix Orthmann mit dem TVR zurück in Frankfurt

Die erste von drei Chancen: Will der TV Rottenburg den einzigen Abstiegsplatz verlassen, muss er noch mindestens zwei Punkte holen. Heute Abend (19.30 Uhr) käme ein Punktgewinn einer kleinen Sensation gleich. Der TVR muss in Frankfurt beim Überraschungsteam ran.

Rottenburg.Gerne sprechen Sportler davon, dass es "ein besonderes Spiel" sei, wenn sie dorthin zurückkehren, wo sie lange spielten. Felix Orthmann verzichtet jedoch auf derartige Aussagen. Obwohl er von 2011 bis 2015 aufs Frankfurter Volleyball-Internat ging. Also dort lebte, wo der TV Rottenburg heute Abend eine große Überraschung schaffen will. Gegen die Mannschaft der RheinMain Volleys. "Ich kenne viele Spieler und ein, zwei alte Lehrer werden da sein", sagt Orthmann. Doch das Internat und die RheinMain Volleys haben nichts miteinander zu tun. Deshalb sagt der erst 19-jährige Diagonalangreifer: "Mehr motiviert sind wir und ich wegen unserer Tabellensituation."

Da hat der TVR wieder Optimismus geschöpft. Und das knapp zwei Wochen nachdem die Rottenburger in Herrsching beim 0:3 ihr 14. Spiel in Serie verloren haben. Intern, sagt Orthmann, habe der TVR das Herrsching-Spiel thematisiert. "Die Leistung dort war einfach nicht akzeptabel", sagt der 19-Jährige. Doch es sei danach "so ein Teamgeist" entstanden, der letztlich in den Überraschungscoup gegen Düren mündete. Und eine gute Leistung gegen Tabellenführer Berlin, "das hat uns der Trainer auch gleich nach dem Spiel gesagt", erzählt Orthmann. Für den ist die Situation in Rottenburg nicht neu: In seiner ersten Saison am Frankfurter Internat erlebte er in der zweiten Liga eine ähnliche Talfahrt.

Neu sind jedoch die Herausforderungen der Bundesliga, schließlich ist der TVR Orthmanns erster Klub im deutschen Oberhaus. Die Unterschiede seien besonders im athletischen Bereich signifikant. "Es spielt sich alles in einer anderen Höhe und einer anderen Intensität ab", sagt der Diagonalangreifer, der sich mit Sven Metzger um den Platz im Team duelliert und zuletzt wieder mehr Spielzeit bekam. "Ich denke, dass wir beide uns gut ergänzen", sagt Orthmann. "Der Trainer stellt so auf wie er es gerade sieht - und meistens hat er ja recht."

Der TVR-Gegner schonte sogar den Liga-Topscorer

Orthmann hat beim TVR einen sogenannten "1+1-Vertrag" unterschrieben. Heißt: Will ihn im Sommer ein Klub abwerben, kann Rottenburg noch sein Veto einlegen. Ob er bleiben möchte? "Darüber habe ich mir noch keine Gedanken gemacht", sagt er. Denn die volle Konzentration gilt dem Abstiegskampf in der Bundesliga. Und da könnte die Aufgabe bei den RheinMain Volleys kaum schwerer sein. Der Aufsteiger ist Tabellendritter, siegte zuletzt in Düren problemlos mit 3:0. Und beließ sogar seinen 60-fachen Nationalspieler Christian Dünnes, den Topscorer der Bundesliga (305 Punkte), zunächst auf der Bank. Kein Wunder, dass TVR-Coach Hans Peter Müller-Angstenberger schon nach dem Berlin-Spiel sagte, dass die Aufgabe in Frankfurt nicht einfacher sei.

"Wir treffen auf ein kompaktes Team mit großem Selbstvertrauen", weiß auch Rottenburgs Außenangreifer Moritz Karlitzek. Teamkollege Felix Orthmann spricht von "einer Chance, da zu gewinnen, wenn wir unser bestes Volleyball spielen" - so wie beim Hinspiel. Da hatte der TVR die RheinMain Volleys am Rande einer Niederlage und holte beim 2:3 immerhin einen Punkt. Orthmann hat den Siegfaktor schon ausgemacht: "Die Annahme wird das Spiel entscheiden." Da ist der TVR zwar statistisch nach wie vor das schlechteste Team der Liga, hat aber genau in dieser Kategorie nach der Schmach von Herrsching den größten Sprung nach vorne gemacht.

Lüneburg und Berlin - schwere Aufgaben für TVR-Konkurrenz

"Wir sind noch lange nicht durch", sagte Mirko Culic, Trainer der Netzhoppers KW-Bestensee nach dem 3:2-Erfolg über den CV Mitteldeutschland. Der hat das Culic-Team aber in die Pole Position im Abstiegskampf gebracht. Heute Abend empfangen die Netzhoppers (12 Punkte) die SVG Lüneburg, den Tabellenfünften. Aber: Lüneburg hat sechs seiner acht Liga- Spiele in fremder Halle verloren, die Netzhoppers dagegen drei ihrer sieben Heimspiele gewonnen. Schwerer hat es der CV Mitteldeutschland (ebenfalls 12 Zähler) beim Tabellenführer in Berlin. Am Wochenende steht für Berlin ein Highlight im Pokalfinale an. Deshalb sagt Trainer Roberto Serniotti: "Das Pokalfinale darf noch keine Rolle spielen. Auch wenn es bereits in unmittelbarer Sichtweite ist, muss unser Fokus ganz auf dem Duell mit Mitteldeutschland liegen." Der TVR (11 Punkte) kann nur mit einem eigenen Sieg den letzten Platz verlassen.

Moritz Hagemann

 

Der Tübinger beim Gegner

Von 2002 bis 2011 spielte der gebürtige Tübinger Jan Zimmermann beim TV Rottenburg. Zuletzt war er beim 3:0-Sieg der RheinMain Volleys in Düren der überragende Mann. Und spricht im TAGBLATT-Kurzinterview.

TAGBLATT: Herr Zimmermann, wie beurteilen Sie die jüngsten Leistungen des TV Rottenburg?

Jan Zimmermann (23):Ich denke, die sind im Aufwärtstrend. Aber das haben sie sich auch verdient, weil sie davor viel Pech hatten. Auf jeden Fall sind wir sehr vorsichtig, denn Rottenburg ist in guter Form. Wir haben Respekt. Aber so schlecht waren wir zuletzt ja auch nicht drauf. Und es ist für uns auch ein wichtiges Spiel, wir wollen vorne dran bleiben! Wir stehen inzwischen auch nicht mehr unverdient auf dem dritten Platz.

Wen müssen Sie beim TV Rottenburg ausschalten?

Der Moritz Karlitzek war zuletzt schon gut drauf. Es ist schade für ihn, dass er lange gefehlt hat. Und auf Tom Strohbach müssen wir auch achten, er ist immer noch ein Nationalspieler. Aber bei Rottenburg gibt es nicht wirklich die Stars, sie sind ein homogenes Team, das haben wir beim Hinspiel (2:3) auch erlebt. Da haben sie sehr gut gespielt.

Schafft der TVR also den Klassenerhalt?

Ja, das denke ich schon. Die Spieler sind allemal gut genug für die Liga. Das müssen sie jetzt eben auch zeigen.


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Veranstaltung(en) zu diesem Bericht

24.02.2016 : 19:30 Uhr

Der TVR zu Gast beim Aufsteiger

United Volleys RheinMain - TV Rottenburg

Der TVR zu Gast beim Aufsteiger



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