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TAGBLATT: Ohne Schwung ins Endspiel


Volleyball: TV Rottenburg verliert beim Aufsteiger RheinMain Volleys mit 0:3 / Zwei Spiele bleiben

Wie der TV Rottenburg vor 1180 Zuschauern in Frankfurt den dritten Satz noch herschenkte, war ein Sinnbild für diese Saison. In der bleiben dem TVR nach dem 0:3 (17:25, 21:25, 23:25) gegen die RheinMain Volleys am gestrigen Abend nur noch zwei Spiele, um den Abstieg zu verhindern.

Frankfurt.Immerhin eines wussten die Volleyballer des TVR schon, als sie in Frankfurt den dritten Satz noch leichtfertig aus der Hand gegeben haben. Die Konkurrenz im Abstiegskampf, der CV Mitteldeutschland (in Berlin) und KW-Bestensee (gegen Lüneburg), hatte ihre Spiele schon mit 0:3 verloren. Dementsprechend hätte ein Satzerfolg des TVR zumindest auch in den anderen Hallen noch für einen höheren Pulsschlag sorgen können. Doch der blieb aus - unnötigerweise. Denn Rottenburg war im dritten Satz dem Tabellendritten überlegen, insbesondere der Block um Lars Wilmsen und Felix Isaak drehte auf. Sechs der neun Blocks gelangen Rottenburg in diesem Abschnitt, der TVR führte mit 18:14, später auch 21:17. "Wir müssen den Durchgang holen", fand auch TVR-Trainer Hans Peter Müller-Angstenberger. "Nicht der Gegner hat ihn gewonnen, wir haben ihn verloren."

Und zwar mit 23:25, obwohl der TVR kurz vor dem Ende auch noch mit 23:21 führte. Dann hätte sich der TVR fast einen Satzball erobert, ehe eine überragende Reaktion von Volleys-Libero Florian Ringseis den Aufsteiger im Ballwechsel hielt. Aus dem möglichen 24:22 für den TVR wurde der 23:23-Ausgleich. "Wir machen dumme Fehler, dann kommen sie ran, und am Ende spielen sie es über ihre starken Spieler clever zu Ende", sagte Müller-Angstenberger. Ein Block von Nationalspieler Lukas Bauer beendete die Partie nach nur 78 Minuten Spielzeit.

Damit war nach dem ersten Satz auch zu rechnen. Der TVR fand überhaupt nicht ins Spiel und lag schnell mit 0:4 hinten. Müller-Angstenberger nahm gleich die Auszeit. "Wir haben etwas gebraucht, uns an die Halle zu gewöhnen", sagte der TVR-Coach. Rottenburg hielt im Anschluss zwar besser mit, schaffte aber nie den Ausgleich. Als die RheinMain Volleys dann von 15:11 auf 19:11 stellten, war der Durchgang auch schon entschieden.

"Immer mehr richtig gemacht", so der Trainer, habe der TVR danach. Rottenburg führte meist knapp, konnte seinen Vorsprung bis zum 10:10 konservieren. Einigen Ballwechseln auf Augenhöhe folgte dann der Endspurt des Aufsteigers: Eine Aufschlagserie des Ex-Rottenburgers Jan Zimmermann machte aus der 16:15-Führung des TVR einen 16:19-Rückstand. Im Satzfinish vertraute Müller-Angstenberger dann seinem Nationalspieler Tom Strohbach. Doch als der einen Aufschlag nicht annehmen konnte, war der Satz verloren.

Philipp Vollmer, der zukünftige TVR-Geschäftsführer, sah in der klaren 0:3-Niederlage nicht unbedingt einen Rückschritt. Allerdings, so sagt er, "hätten wir Schwung mitnehmen können, wenn wir den dritten Satz geholt hätten." Denn jetzt hat der TVR ein echtes Endspiel. Am Samstag in einer Woche (5. März, 19 Uhr) gegen die VSG Coburg/Grub. Am letzten Spieltag empfängt Rottenburg noch den Tabellenzweiten VfB Friedrichshafen. Da ist ein Sieg kaum kalkulierbar. Auch deshalb sagt Vollmer: "Wenn wir gegen Coburg nichts holen, ist es wahrscheinlich um uns geschehen." Eines muss man dem TVR jedoch lassen: den Optimismus. Denn Vollmer glaubt: "Wir hauen Coburg weg!"

Quartett sorgt für 58 von 64 Punkten bei RheinMain Volleys

Der Aufsteiger United Volleys RheinMain, der aus der TG Rüsselsheim entsprungen ist, will in der Metropolregion um Frankfurt ein schlagkräftiges Team etablieren. Und das haben sie schon in der ersten Bundesliga-Saison - wie der TVR gestern bitter spüren musste. Moritz Reichert, Lukas Bauer und Liga-Topscorer Christian Dünnes sind allesamt deutsche Nationalspieler. Jan Klobucar, den TVR-Coach Hans Peter Müller-Angstenberger zum besten Spieler des Spiels wählte, wechselte als vierfacher slowenischer Meister an den Main. Gestern Abend sorgten die vier Angreifer für 58 Punkte der RheinMain Volleys. Insgesamt machten die 64. "Die Angreifer waren halt schon sehr beeindruckend", fand auch TVR-Pressesprecher Philipp Vollmer. "Da merkt man dann schon die Qualität." Rottenburgs Felix Orthmann hatte vor der Partie die Annahme als entscheidenden Faktor genannt. Auch da legten die RheinMain Volleys mit einer starken Quote (58% positiv) eine richtig gute Vorstellung hin. Zum Vergleich: Der TVR hatte am Ende 47% positiv in der Statistik stehen.

Moritz Hagemann

Der Volley-Check

Dirk Mehlberg: In der Annahme (65% positiv) wieder mit einem guten Spiel. Bei seinen Angriffsschlägen scheint die Ellbogen-Verletzung ein Hemmnis.

Federico Cipollone: Mit guten Aktionen wie dem Punkt zum 16:15 in Satz zwei. Aber auch nicht fehlerfrei.

Friederich Nagel: Ab dem dritten Satz nur noch auf der Bank. Zurecht, weil er keinen einzigen Block schaffte.

Felix Isaak: Guter Auftritt mit fünf Blocks. Auf diese Leistung kann er aufbauen.

Lars Wilmsen: Begann den dritten Satz direkt mit zwei Blocks und hatte insgesamt drei - und das in nur einem Satz. Stark, weil effektiv.

Tom Strohbach: War kaum ein Faktor, wurde zwei Mal für kurze Zeit eingewechselt. In seiner ersten Aktion direkt geblockt, nur 20% seiner Angriffe waren erfolgreich.

Felix Orthmann: Mit 15 Punkten bester TVR-Scorer und dazu nur einmal geblockt.

Moritz Karlitzek: Zwar mit zehn Punkten, wurde aber dafür vier Mal geblockt. Kurios, dass er als bester Rottenburger gewählt wurde.

Willy Belizer: Schwache Annahmequote (17% positiv), auch wenn er das TVR-Spiel optisch etwas stabilisierte.

Johannes Elsäßer: Fing als Libero an, fand sich aber früh nur noch auf der Bank wieder.

Zu kurze oder gar keine Einsatzzeit, um in die Wertung zu kommen: Philipp Jankowksi, Sven Metzger, Johannes Schief.


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Veranstaltung(en) zu diesem Bericht

24.02.2016 : 19:30 Uhr

Der TVR zu Gast beim Aufsteiger

United Volleys RheinMain - TV Rottenburg

Der TVR zu Gast beim Aufsteiger



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