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GEA: Kommt es zum großen Aderlass?


TÜBINGEN. Die Seuchen-Saison ist zu Ende. Trotz aller guten Vorsätze, die Runde 2015/2016 mit einem starken Endspurt noch versöhnlich ausklingen zu lassen, ist das Vorhaben fehlgeschlagen. Für den Volleyball-Bundesligisten TV Rottenburg hat es auch im zweiten Spiel der Pre-Play-offs gegen den TSV Herrsching nicht gereicht, der TVR unterlag gegen die Bayern vor der Saisonminuskulisse von nur 1 100 Zuschauern in der Tübinger Paul-Horn-Arena nach einer aussichtsreichen 2:1-Führung noch mit 2:3 (21:25, 28:26, 25:23, 18:25, 10:15). Es kam zum sechsten Tie-Break in dieser Spielzeit – und zum sechsten Mal hieß der Verlierer Rottenburg.

Nur drei Siege in 22 Begegnungen sind eine mickrige Ausbeute, die den TVR zurecht in die Zweitklassigkeit verbannt hätten. Wenn da nicht der Neun-Punkte-Abzug für die VSG Coburg/Grub wegen erheblicher Verstöße gegen das Lizenzierungsverfahren gewesen wäre. Ein schwacher Trost zwar, aber immerhin sind die Rottenburger für ihr ordnungsgemäßes Wirtschaften belohnt worden und dürfen auch in der nächsten Runde in der Beletage antreten.

Doch was wird nach der Rettung in letzter Sekunde kommen? Gleich sieben von zwölf Spielerverträgen laufen Ende April aus – zudem hat Libero Willy Belizer mit Spielschluss gegen Herrsching seine sportliche Karriere beendet. »Ich will so viele Spieler wie möglich halten«, betonte Manager Philipp Vollmer, der am 1. April die Aufgabe als Geschäftsführer der TVR Volleyball GmbH von Daniel Mey übernimmt, der noch in der Tübinger Paul-Horn-Arena gebührend verabschiedet wurde. Ihn zieht es zurück in die Kölner Ecke.

Keiner der Spieler wollte sich so kurz nach Rundenende darauf festnageln lassen, wie es mit ihm weitergeht. Ob es beim TV Rottenburg weitergeht. »Ich brauche erst mal Ruhe und Bedenkzeit«, äußerte sich beispielsweise Lars Wilmsen genauso zurückhaltend wie Sven Metzger, der im Match gegen Herrsching einmal mehr überzeugte. »Jetzt ist noch nicht Zeit, darüber zu reden«, sagte der 24-Jährige, der sein Studium der Wirtschaftsinformatik beendet hat und nun seine beruflichen Möglichkeiten sondieren muss. Von den Stammspielern ließ einzig Kapitän Philipp Jankowski unlängst durchblicken, dass er sich einen weiteren Verbleib bei den Domstädtern gut vorstellen könne. Akteure wie Nationalspieler Tom Strohbach und Top-Scorer Moritz Karlitzek stehen freilich auf der Kippe. Möglicherweise kommt es zum großen Aderlass und einem kompletten Neuaufbau unter der weiteren Führung von Trainer Müller-Angstenberger. Spätestens im Frühsommer, wenn die Vorbereitung auf die nächste Runde beginnt, weiß man mehr.

Doch jetzt sind erst einmal sieben Monate Spielpause für den TV Rottenburg angesagt. Während der TSV Herrsching, die Mannschaft vom Ammersee, in den Play-offs auf das Bodensee-Team VfB Friedrichshafen trifft.

Michael Grimm

 

Lockerheit hat gefehlt

TÜBINGEN. Felix Isaak zählt beim Volleyball-Bundesligisten TV Rottenburg mit seinen 26 Jahren zu den erfahrenen Spielern dieser jungen Mannschaft. Nach der 2:3-Niederlage gegen den TSV Herrsching ist die enttäuschend verlaufene Runde abgeschlossen. Im Gespräch mit Michael Grimm resümiert der Mittelblocker: »Es war keine schöne Saison. Wir konnten die Last nicht ablegen, uns hat die Lockerheit gefehlt.«

GEA: Mit welchen Gedanken beschließen Sie diese äußerst schwierige Spielzeit mit diesen vielen Niederlagen?

Felix Isaak: Es war keine schöne Saison. Ich hatte darauf gehofft, dass wir in den Pre-Play-offs gegen den TSV Herrsching diese Last ablegen können, nachdem wir eine Woche zuvor glücklich den Klassenverbleib geschafft hatten. Aber wir haben diese Lockerheit nicht hingekriegt. Die 2:3-Niederlage zum Abschluss am Samstagabend war wie ein Spiegelbild der ganzen Saison.

Das Saisonziel, in die Play-off-Runde einzuziehen, wurde klar verfehlt. Was lief schief?

Isaak: Wir haben viel liegen lassen. Unnötig. Wir haben einige Spiele im Tie-Break verloren, die wir im Jahr zuvor gewonnen hatten. Ich glaube, mit dieser Mannschaft hätten wir es insgesamt besser machen können. Nach den ersten Niederlagen haben wir uns jedoch immer weiter in diese Negativspirale reingesteigert. Im Prinzip ging es in dieser Saison nur um Krisenmanagement. Wir konnten uns und unser Spiel deshalb gar nicht weiterentwickeln.

Gab es in dieser Misere Unstimmigkeiten innerhalb der Mannschaft?

Isaak. Nein, gar keine. Auch im Verein haben alle immer zu uns gehalten. Das war gut. Wir haben aber auch immer gezeigt, dass wir es besser machen und gewinnen wollen.

Was muss anders, was muss in der kommenden Runde besser werden?

Isaak: Auch wenn es vielleicht komisch klingen mag: Diese schlechte Saison wird uns weiterbringen. Wir müssen auf jeden Fall versuchen, wieder mehr Lockerheit reinzubringen. Wir müssen schauen, dass wir mit Freude und Spaß am Spiel wieder zum Erfolg kommen. Wir werden uns bald noch zusammensetzen und genau besprechen, warum so vieles schiefgelaufen ist. Es kann nur besser werden. (GEA)

 


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Veranstaltung(en) zu diesem Bericht

19.03.2016 : 19:30 Uhr

Pre-Playoffs Saison 15/16

TV Rottenburg - TSV Herrsching

Pre-Playoffs Saison 15/16



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