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Beschreibung: Kein Zutritt zu den Playoffs, stattdessen Abstiegskampf: Der TVR erlebte gestern einen bitteren Abend.

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Fotograf: Markus Ulmer


Abstiegskampf statt Playoffs: Der TV Rottenburg gibt das Entscheidungsspiel bei den Netzhoppers Königswusterhausen aus der Hand - 1:3 nach 1:0.

Solingen statt Friedrichshafen, Abstiegskampf statt Playoff-Viertelfinale: Die Rottenburger Volleyballer haben gestern mit der 1:3 Niederlage vor 600 Fans in der Landkost-Arena Bestensee einen schwer verdaulichen Brocken einstecken müssen. Besonders bitter: Rottenburg schnupperte in der entscheidenden dritten Begegnung der Pre-Playoff-Serie gegen die Netzhoppers Königswusterhausen lange am Sieg, vergab aber im zweiten Durchgang vier Satzbälle zur möglichen 2:0-Führung. Danach rissen die Netzhoppers die Partie an sich, der TVR fand kein Mittel mehr und gab auch in den Sätzen drei und vier jeweils einen Vorsprung aus der Hand.

Die Schlüsselszene des Spiels ereignete sich möglicherweise schon im zweiten Durchgang: Rottenburg führte 20:15, schien nach dem 25:22 im ersten Durchgang auf dem besten Weg zu einem ähnlich sicheren Erfolg wie am Wochenende beim 3:0 im zweiten Spiel der Serie. Da kam bei den Netzhoppers der angeschlagene Routinier Björn Andrae (siehe auch den Artikel "Angebaggert") - und veränderte die Partie allein durch seine Präsenz. "Wir machen eigentlich ein sehr gutes Spiel, wenn wir den zweiten Satz gewinnen, haben wir den Gegner am Boden, der dann fünf Sätze in Folge gegen uns verloren hat", sagte TVR-Trainer Hans Peter Müller-Angstenberger, "aber plötzlich ist der Rekord-Nationalspieler auf dem Feld, dem haben wir vor zehn Jahren im Fernsehen zugeschaut, und dann verändert sich auch unser Spiel, keine Ahnung, warum." Bis dahin hatte der TVR variabler gespielt, Schnellangriffe wechselten sich ab mit hohen Bällen über die Außenpositionen, beim Block hatten die Rottenburger Vorteile, auch im Aufschlag war die Fehlerquote der Netzhoppers höher. Beim 24:22 im zweiten Abschnitt hatten die Rottenburger zwei Satzbälle, erarbeiteten sich auch noch einen dritten und vierten - doch die blieben allesamt ungenutzt, während KW-Außenangreifer Theo Timmermann beim 27:27 Verantwortung übernahm und entscheidenden Anteil am 29:27 hatte.

Im dritten Satz brachte eine Trenkler-Aufschlagsserie das 15:13 für den TVR, doch die Netzhoppers waren jetzt im Rhythmus. Kopf an Kopf ging es auf die Zielgerade, der slowakische Nationalspieler Filip Gavenda, am Ende wertvollster Spieler der Partie, bescherte den Netzhoppers mit seinem 22. Punkt der Partie den ersten Satzball - auf der anderen Seite Karlitzek ins Aus, der dritte Durchgang war futsch. Im vierten Satz hatte der TVR schnell ein Polster von vier, fünf Punkten, mit der Rückkehr von Altstar Andrae aufs Parkett war der Vorsprung aber schnell dahin. Als aus dem 14:11 ein 14:16 geworden war, hätte Rottenburg schon ein kleines Wunder gebraucht. Tim Grozer kam, Müller-Angstenberger wechselte auch noch Zuspieler Jankowski ein - doch der Rückstand wurde partout nicht kleiner. Gleich der erste Matchball saß Nemeth blieb im Netz hängen, Feierabend nach 114 Minuten.

Die Netzhoppers stehen damit im Viertelfinale um die deutsche Meisterschaft gegen Friedrichshafen, statt den Playoffs wartet auf die Rottenburger jetzt Abstiegskampf gegen Solingen. Wer zuerst zwei Siege geschafft hat, bleibt in der Liga, der Verlierer muss runter. Am Samstag beginnt die Serie mit einem Heimspiel in der Paul-Horn-Arena. Spielbeginn ist um 19.30 Uhr - keine einfache Aufgabe für Müller-Angstenberger, sein Team bis dahin wieder aufzurichten. "Der Gegner hatte eine Woche Pause, für uns wird es natürlich ein Höllenritt mit der dritten englischen Woche in Folge", sagte de Rottenburger Coach, "aber wir müssen dieses Spiel annehmen, regenerieren und es dann einfach auch wollen."

Angebaggert

Public Viewing in der Heimat

Die Fans des TV Rottenburg drückten ihren Lieblingen in der Heimat die Daumen. Beim Public Viewing im Vereinssportzentrum 18-61 wurde die Partie via Internet-Fernsehen übertragen.?

Björn Andrae beeindruckt den TVR

Spielt er oder spielt er nicht? Das Knie von Björn Andrae, dem 280fachen Nationalspieler der Netzhoppers, war im Vorfeld der Partie das beherrschende Thema in der Halle. Anfang der Woche hatten die Ärzte Wasser aus dem Knie entfernt. Der 34-Jährige, der schon am Wochenende bei der zweiten Partie gefehlt hatte, war beim Einschlagen aber noch dabei. Doch das Risiko war Trainer Mirko Culic offenbar zu groß: Andrae blieb zunächst draußen. Nach verlorenem ersten Satz und der Rottenburger 20:15-Führung im zweiten Durchgang kam Andrea dann doch, quälte sich nahezu komplett einbandagiert aufs Feld. Und plötzlich drehte sich die Partie, Rottenburg wirkte beeindruckt vom großen Namen: Die Führung schmolz, Andrae persönlich glich mit dem Aufschlag zum 21:21 aus. Danach durfte der angeschlagene Altstar zur Schonung auf die Bank, kam im dritten Durchgang aber zurück, als der TVR erneut klar führte. Zunächst zeigten sich die Rottenburger unbeeindruckt, ließen den Oldie in einer Szene mit einem Doppelblock ganz alt aussehen. Doch den Netzhoppers verlieh allein die Präsenz des Routiniers schon den Glauben an den Sieg, während der TVR die Flügel hängen ließ.

 

 


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Veranstaltung(en) zu diesem Bericht

15.03.2017 : 19:00 Uhr

Pre-Playoffs Volleyball Bundesliga

Netzhoppers SolWo Königspark KW - TV Rottenburg

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