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Gea: Tränen der Erleichterung beim TV Rottenburg


Um 19:04 Uhr brachen alle Dämme. Sven Metzger ließ sich nach seinem Siegpunkt erschöpft und erleichtert auf den Hallenboden fallen. Nebenan kauerte Moritz Karlitzek, die Hände vor dem Gesicht. Die ersten Tränen flossen. Keiner schämte sich deswegen, auch nicht TVR-Manager Philipp Vollmer. Und auf den Rängen der Tübinger Paul-Horn-Arena jubelten rund 2 000 Volleyball-Fans und applaudierten ihren Lieblingen herzhaft zu, die durch einen 3:1 ((21:15, 16:21, 21:15, 21:17)-Erfolg im alles entscheidenden Spiel der Bundesliga-Abstiegsrunde gegen die TSG SolingenVolleys ein Happy End feierten.

Der TV Rottenburg wird also auch in der kommenden Runde in der Beletage spielen, nachdem der sportliche Abstieg am Sonntagabend mit einem unbändigen Kraftakt im letzten Moment abgewehrt wurde. Auch die finanzielle Lücke, die noch im Saisonetat für 2017/18 fehlt, scheint sich wenige Tage vor dem Stichtag 1. April zu schließen. Dann muss der Club bei der Deutschen Volleyball-Liga (DVL) seine Unterlagen für das Lizenzierungsverfahren einreichen.

»Wir haben es verdient, in der Bundesliga zu bleiben«
 
»Die Zeichen stehen gut«, sagte Vollmer – und fügte an: »Wir haben es verdient, auch im elften Jahr in Folge in der Bundesliga zu bleiben.« Den 3:1-Triumph gegen Solingen bezeichnete der TVR-Manager bei seiner Suche nach Sponsoren als »Gold wert« und als »wichtiges Signal«. Wären die Rottenburger abgestiegen und hätten sich womöglich darauf verlassen müssen, dass sie eventuell nur durch eine Wildcard wieder ins Erstligafeld rücken, hätte er aufgrund der unsicheren Situation bei seinem Werben wohl viel fester auf Granit gebissen.

Die Anspannung im Rottenburger Lager vor dem Spiel war deutlich zu spüren – es knisterte förmlich. Völlig fokussiert auf ihre schwere Aufgabe, huschte nur selten ein eher gequältes Lächeln über die Lippen der Spieler. Wie gut, dass die Fans gleich von Beginn an die Mannschaft mit Sprechchören und originellen Plakaten (»Heute hat es 47 Grad in der Halle«) pushten. Dass zum Schlussakt der Abstiegsrunde noch einmal so viele Zuschauer in die Arena geströmt waren, um ihre Solidarität zu bekunden, war die eine Seite. Die andere: Das TVR-Team kämpfte leidenschaftlich bis zum sprichwörtlichen Umfallen.

Es war ein harter Fight, denn die Solinger demonstrierten ebenso Geschlossenheit und wehrten sich heftig. Umso glücklicher reagierte TVR-Trainer Hans Peter Müller-Angstenberger nach dem nervenaufreibenden Match. »Wir waren besser als der Gegner, aber das war sehr schwer herzustellen«, sagte er nach dem knapp zweistündigen Duell sichtlich erleichtert und ergänzte: »Das war ein Ritt. Ich bin so glücklich für die Jungs.«

Einer dieser Jungs, Moritz Karlitzek, lieferte gestern eine spektakuläre Gala. Auf das Konto des quirligen Außenangreifers, den die halbe Bundesliga jagt, gingen sagenhafte 27 Punkte – eine gigantische Quote. Außerdem gelangen Diagonalangreifer Sven Metzger (siehe auch Nachgefragt nebenan) stattliche 17 Zähler. Damit erzielte dieses Duo mehr als die Hälfte aller TVR-Punkte.

»Wir haben gerade noch die Kurve bekommen. Ich bin heilfroh, dass wir heute gewonnen haben und die ganze Last nun weggefallen ist«, sagte Karlitzek. Der 20 Jahre alte Sportstudent scheute sich nicht, auch in den kritischen Situationen, und davon gab es einige, Verantwortung zu übernehmen. Allen Schwierigkeiten zum Trotz.


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